Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Denksaftmaschine ( die)/ Denksaftapparat (der)

Erfunden von: Der Denksaftgesellschaft

Anno 2013

Funktionsweise:

Die Denksaftmaschine verarbeitet Ideen, Meinungen, Haltungen, Geschichten, Überzeugungen, Gedichte, Phantasien, Erzählungen, schlicht Gedanken aller Art.

Die frühe Form der Denksaftmaschine war vom frischen Denken abhängig. Der Denker musste direkt beim Denken des Gedanken eine hohe Menge Tränenflüssigkeit absondern, die sogleich in einem Gefäß gesammelt und weiterverarbeitet werden musste.

Die Tränenflüssigkeit transportierte die gedanklichen Inhaltsstoffe jedoch nur ungefähr. Da die Tränenflüssigkeit nur nahe der Hirnflüssigkeit durch den Kopf fließt, konnte sie die Gedanken sozusagen auch nur peripher tangieren und entsprechend übermitteln.

Eine andere frühe Form sah vor, den Gedanken mittels eines Zauberstabes aus dem Hirn in Denkdunstfäden ins sogenannte Denkarium zu befördern. ( Siehe Professor Dumbledore,in J.K.Rowling 1997 Band 1 ff)

Das hat sich bei der heutigen Form des Denksaftapparates und der Denksaftmaschine grundlegend geändert.

Dank der Erfindung des Buchdruckes aber auch durch handschriftliche Aufzeichnungen kann heute der Gedanke niedergeschrieben und stets bedenkenlos aufbewahrt und bei Bedarf weiterverarbeitet werden.

Die Gedanken sind somit auch sortier-, katalogisier- und dosierbar geworden.

Das Novum der Denksaftapparatur ist in der Lage aus dem geschriebenen Text die gedanklichen Inhaltsstoffe zu extrahieren, sie mittels einer Spezialtextur in einer zähflüssig, breiigen Gedankenmaische zu vergären und durch Destillation die Denkingredenzien zu gewinnen.

Nun können dem Reingedankenkonzentrat verschiedene Zusatzstoffe beigemischt werden, die sowohl die Würze eines besonders deftigen Herren-Witzgedanken, die feinstofflich-sinnliche Leichtigkeit eines Damenherzeneroberungsgedichtes oder die liebevoll-entspannte Gute-Nachterzählungsstimmung für die lieben Kleinsten implementiert.

Ebenso ist die Apparatur geschaffen, politische Ideologien wie auch religiöse Überzeugungen zu verarbeiten. Diese Fähigkeit macht die Denksaftmaschine zu einem durchaus gefährlichen Instrument. Die genaue Funktion, insbesondere die Texturen der Tinkturen und vor allem der Zusätze für die Maische sind streng geheim und werden in einer Denkblase unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen an einem denkbar geheimen Ort verwahrt.

Der in der Denksaftmaschine kreierte Denksaft wird am Ende seiner Produktion mit einem Spezialtonikum kombiniert und in Patronen abgefüllt.

Die Patronen werden in verschiedene Modelle von Handwaffen eingepasst und können nun eingesetzt werden.

Da ein gezielter Beschuss mit dem puren Denksaft zu einer bedenklichen Lähmung eigener Denkungen führen würde, produziert die Denksaftapparatur nur Denkblasenmunition. Der Beschuss mit Denkblasen führt beim Getroffenen zu einem gedanklichen Austausch, der zwar den Inhaltsstoff der Denkblase aufnimmt und mitdenkt, jedoch zu keiner Zeit zu einer bedenklichen Aufgabe eigenen Denkens führt.

Besonders geeignet ist der Einsatz von Denksaftpistolen zu Erheiterungszwecken auf unbedenklichen Spaß- und Tanzveranstaltungen, aber auch bei unkomischen Aufführungen beispielsweise bei völlig gedankenfreien politischen Veranstaltungen, wie Debattierrunden, Wahlveranstaltungen und vor allem Wahlkampfduellen.

Der Erwerb der Denkblasenpistolen wird in Kürze möglich sein. Eine erste Vorführung wird es voraussichtlich im Juli 2013 in Meppel geben. Die Waffe ist mit Bedacht nur an Inhaber besonderer Denkblasen-Waffenscheine vorgesehen!


Warnung!!!

Eine ( vermutlich fernöstliche) Fake-Version ist bereits seit einiger Zeit im Handel erhältlich. Sie wird unter der Bezeichnung "Seifenblasenpistole" vertrieben. Sie taucht meist in schriller Bemalung auf und sieht der Denkblasenpistole in der Formgebung bedenklich ähnlich!!!

Hochachtungsvoll

Die Denksaftgesellschaft

( eine Tochtergesellschaft der Dampfzirkusfamilie)

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Kommentar

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Kommentar von Perpetua Emmeline Pankhurst am 28. Mai 2013 um 10:42am

Mein lieber Dr.Diokletan,

Euer Beitrag ist hervorragend! Lange hatte ich über eine Möglichkeit sinniert, wie ich insbesondere die Schnapsideen und die Dummheit bei der Produktion im Zaum halten könnte. Ich werde Euren großartigen Vorschlag in den Denksaftapparat unbedingt einarbeiten. Auch entwickle ich gerade einen Entblöder, den ich der einen oder anderen Mixtur zusetzen kann. Versuche einen Klugspüler zuzufügen sind kläglich gescheitert. Die chemische Verbindung führte bei einigen der Probanden zu einer Überstimulation des Hypothalamus, was wiederum die schmutzigen Gedanken massiv verstärkte.

Ich hoffe Ihr habt nichts dagegen, wenn ich Euren Kommentar in die nächste Denksaftabfüllung einfließen lasse ;-)

Herzlichst verbunden

Perpetua Emmeline Pankhurst

Kommentar von Dr. Diokletan am 27. Mai 2013 um 8:35pm

Also wenn Absinth als Additiv verwendet wird, muss zwischen Infusor und Abscheider unbedingt noch ein Reihenfilter für schmutzige Gedanken (34 μ) und Schnapsideen (5 μ), Dummheit ist auch in Blasenform noch hochpotent. Die dabei entstehenden Schlacken kann man umweltgerecht entsorgen, indem man sie Rainer Brüderle als Nussnougatcreme aufs Brot schmiert, der ist wandelndes Endlager für Abfälle dieser Art.

Kommentar von Remington Brass am 27. Mai 2013 um 8:05pm

Potzblitz, da muss ich aber erst mal ein bißchen drauf rumdenken - gefallen tuts mir aber auf alle Fälle schon jetzt - köstlich!

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