Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Aus dem Bericht "Blackout: Was passiert, wenn der Strom ausfällt?" auf der Internetseite  http://www.weltderwunder.de/artikel/blackout-was-passiert-wenn-der-...  zunächst einige sehr interessante Zeilen:

"Es dauert genau 17,7 Sekunden, um Mittel- und Westeuropa lahmzulegen. Von der Nordsee bis ans Mittelmeer gehen um Punkt 22.10 Uhr die Lichter aus. Blackout. Dunkelheit auf den Straßen, Fahrstühle und U-Bahnen bleiben stecken, kein Telefon funktioniert mehr. Auf den Monitoren in den Kraftwerks-Lagezentren blinkt Code Red: Das Netz ist tot. Zwar nur gebietsweise und nicht flächendeckend, aber dennoch sind insgesamt etwa 15 Millionen Haushalte ohne Strom. Manche bleiben es zwei Stunden lang, erst dann stehen die Leitungen wieder unter Spannung. Das Erstaunliche: Kein Anschlag, kein Hackerangriff, kein Orkan ist für diese Katastrophe verantwortlich, sondern das von Fachleuten geplante Abschalten zweier Hochspannungsleitungen über der Ems am 4. November 2006.

 Im europäischen Maßstab ist dieser Ausfall im Stromnetz mit einem Schnitt in den Finger vergleichbar – eigentlich. Trotzdem kommt es zum Kreislaufkollaps. Aber wie kann ein Problem in Niedersachsen schlagartig das 1.800 Kilometer entfernte Sizilien vom Netz nehmen? Warum ist das Problem stundenlang nicht lösbar? Und was passiert, wenn Terroristen einen wirklichen Ernstfall herbeiführen und wir Stunden oder sogar Tage ohne Elektrizität auskommen müssen? Neue Studien zeigen: Die Zivilisation, wie wir sie kennen, ist weit zerbrechlicher, als die meisten denken …"

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Antworten auf diese Diskussion

Besten Dank für den Artikel! Ich hatte mir schon vor einiger Zeit überlegt, was tun bei Stromausfall. Ich will den Gedanken weiterführen: wie könnte man steampunkgerecht einem Stromausfall entgegenwirken?

Hochachtungsvoll,

Friedrich Graf von Reichenhall

Guten Morgen,

erst einmal danke für die Gruppe, das ist eine tolle Idee.

Entwerfen wir doch einmal einen Notfallsatz für einen Haushalt. Sagen wir einmal, sie möchten sich für eine kürzere Ausfallzeit präparieren. (1 - 3 Wochen)

Damit wäre man zuerst einmal gerüstet. Zu Beachten ist allerdings, dass viele dieser Geräte Spezialdochte benötigen. Selbige sollte man sich auf Vorrat legen!

Für einen mittelfristigen "Blackout" sollte man bereits mit dem Hausbau oder der Renovierung gerüstet sein.Hier sollte das Haus entsprechend eingerichtet werden:

  • Brennstoff
    • Heizöl im Aussentank, mindestens 3000 - 6000 Liter
  • Energieversorgung
    • Alle Lampen im Haus umgerüstet auf LED
    • Phasentrennschalter hinter dem Zähler, der die Spannungsversorgung des Hauses auf eine externe Einspeisung legt.
    • 3 Phasen Notstromaggregat, Diesel / Heizöl, mindestens 3500 - 4000 Watt
    • Speisepumpe für Generator
  • Kochen
    • Gasherd, umstellbar auf Propangas
    • Propangas in Flaschen (mindestens 3 große Flaschen auf Vorrat)
  • Heizen
    • Öl Zentralheizung
  • Unerlässliche Vorbereitung
    • Heizungswartung lernen
    • Motorwartung lernen
    • Ersatzteile vorrätig halten
    • Öltank voll halten

Wenn es noch langfristiger werden soll, muss die gesamte Energieversorgung neu erdacht werden.

Sie Bemerkungen von Herrn Steampunkandpower.

Hier möchte ich evtl. den Haus - Stirlingmotor noch in die Waagschale werfen.

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Verehrtester Herr Horatius Steam,

vielen Dank für Ihre umfangreiche Liste.

Das ist ja schon fast aus der Rubrik wie die gleichnamige Seite im Weltnetz lautet: 'Krisenvorsorge'.

Wobei ich für diesen Fall allerdings die Bevorratung von Lebensmitteln jedoch gleichfalls für unbedingt zwingend halte, da im Fall des Stromausfalles auch keine Zapfsäule mehr funktioniert und der Lkw, der Aldi, Rewe und all die sonstigen Supermärkte beliefert mit leerem Kraftstofftank auch nicht mehr weit kommt, was widerum die Problematik der sehr einseitigen Abhängigkeit offenkundig werden läßt.

Grundsätzlich möchte ich noch eine andere Richtung einschlagen, die dahingehend ist, wie Sie bereits anklingen ließen: "...Wenn es noch langfristiger werden soll, muss die gesamte Energieversorgung neu erdacht werden...."

>An einem Tag strahlt die Sonne soviel Energie auf die Erde, wie die gesamte Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht/span>

Warum dies nicht endlich nutzen?

Auch von meiner Seite Dank an Sie, Herr Steam!

Was die Versorgung mit Lebensmittel betrifft, so kann man sich vorher gut mit Bundeswehrrationen (oder auch bekannt als Tracking food) eindecken. Das Zeug hält sich ewig, braucht man meist nur mit ein wenig Wasser zubereiten und schmeckt oftmals absolut scheußlich! 

Was, meiner Ansicht nach, sehr nützlich wäre, ist der klassische Kartoffelkeller, denn ohne Strom wird´s beim kühlen schwierig. Auch ein ehemaliger Kohlenkeller könnte ganz hilfreich sein, was das beheizen betrifft. Zwar kommt man nicht mehr so leicht an Kohle (höchstens die für den Grill), aber ein paar gute Scheite Holz tun auch ihren Dienst und wenn man noch einen alten, holzbetriebenen Küchenofen hat, wäre zumindest auf Dauer das Versorgungsproblem mit dem Gas gelöst.

Eine Interessante Information, Herr Steampunkandpower! Und eine gute Frage. Warum wird diese nicht genutzt, bzw. wie könnte man diese nutzen? Leider reichen meine Kenntnisse der Physik im diesem Bereich nicht aus, um selbst Überlegungen anstellen zu können. Aber wo Not ist, da ist auch Rat! Ich werde mich mit einem altem Freund bei Zeiten mal darüber unterhalten, welcher sicherlich mir weiterhelfen werden können.

Mit besten Grüßen,

Friedrich Graf von Reichenhall

Verehrtester Herr von Reichenhall,

ich darf einmal an Ihre letzten Zeilen anschließen. Ohne unmittelbar nun die Physik zu bemühen, stellen Sie folgendes Experiment an: Nehmen Sie eine Brille, falls keine zur Hand ist sollte sich auch die Steampunk-Brille eignen, und hauchen diese kräftig an.

Was geschieht? Die Brille beschlägt und man kann genau beobachten, wie der Beschlag langsam aber sicher offenbar wieder "verdunstet".

Allein daraus erkennen Sie, daß Dampf sowie alle damit zusammenhängenden Erscheinungen und Technologien zu den bisher UNERFORSCHTESTEN gehören, weil wir hier Dampf bei 38 Grad Celsius haben und nicht erst bei 100 Grad !

An kalten Wintertage wird einem selbiges Experiment unweigerlich beim bloßen Ein- und Ausatmen klar.

Und wenn ich nun noch daran denke, daß bereits in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Dampfkessel konstruiert wurden, welche nach 3 (!) Minuten  in der Lage waren den ersten nutzbaren Dampf zu erzeugen... .

In diesem Zusammenhang möchte ich aus dem Lexikon der Seite 'kesselsysteme.de' einige Zeilen, auch zur diesbezüglichen, allgemeinen Information,  hinzufügen:

"....Flammrohrkessel

Flammrohrkessel oder sind im Allgemeinen Großwasserraumkessel, also liegende Walzenkessel, mit ein bis zwei so genannten Flammrohren. Mit ihnen wird Heißwasser bis 38.000 kW erzeugt bzw. Dampf bis 55.000 kg/h. Flammrohre gibt es dabei in glatter oder gewellter Form. Die Erhitzung erfolgt häufig mittels Gasbrennern. Besonders effektiv sind demnach die Anlagen, die direkt an einer Erdgasquelle liegen. Der Planrost ist meist in das Flammrohr integriert. Diese Bauweise wurde schon 1811 eingeführt. Hierbei setzte sich der Kessel schon aus dem Flammrohr und einem zylinderförmigen Mantel zusammen. Geheizt wurde, wie bei den meisten Anlagen, mit Festbrennstoffen. Von der Jedoch konnte damals noch nicht die Wärmeenergie des heißen Rauchs ausgenutzt werden. Außerdem ließ sich die Heizfläche direkt am Kessel nicht vergrößern. Erst im 20. Jahrhunderten verbesserten sich die Bauqualität der Flammrohre und die Schweißrohre soweit, dass sich der Wirkungsgrad erhöhte.

Heutzutage ist eher die Rede vom Flammrohr-Rauchrohrkessel. Bei dieser Form kann mit Rauchrohren auch die Wärmeenergie des Rauchs genutzt werden. Zudem sind sämtliche Verbindungen in der Anlage geschweißt. Die Rauchrohre liegen oberhalb der Flammrohre und haben einen kleineren Durchmesser. Um Flamm- und Rauchrohreströmt das zu erhitzende Kesselwasser. Die heißen Rauchgase im Flammrohr erhitzen das Kesselwasser. Daraus ergibt sich die Anwendung der Flammrohrkessel zur Gewinnung von heißem Wasser und Dampf von konstanter Temperatur. Ein großzügig angelegter Dampfvorrat beugt
beim Flammrohrkessel für Spitzenlasten vor.

Die attraktivste Vorteil der Flammrohrkessel ist damit die Ausnutzung des Großteils der Wärmeenergie bei gleichzeitigerDampfspeicherung. Eine effektive Wärmedämmung unterstützt den Speicher, da die Wärmequelle günstigerweise innen liegt. Zielgerichtet werden diese Anlagen eingesetzt, um den Wirkungsgrad von Prozessen zu erhöhen. Zusätzlich kommen Flammrohrkessel für Wärmerückgewinnungssysteme zum Einsatz. In allen Druckstufen und bei allen Brennstoffen sind die Anlagen anwendbar.

In einem Wasserrohrkessel wird heißes Wasser oder Dampf in Rohren innerhalb des Kessels vorgewärmt, verdampft und überhitzt. Das Wasser oder der Wasserdampf befindet sich in den Rohren, die durch den Feuerraum laufen, in welchem durch Wärmezufuhr die entsprechende Hitze erzeugt wird. Bei der umgekehrten Bauart, dem Großwasserraumkessel, laufen Rohre durch das Wasser, durch die wiederum heißes Rauchgas geführt wird. 

Die Vorteile des Wasserrohrkessels

Wasserrohrkessel werden ab einem bestimmten Wasser- und Dampfdruck (über 32 bar) benötigt, um die entsprechenden Temperaturen und den Druck erzeugen zu können. Bei weniger als diesem Druck sind Großwasserraumkessel kostengünstiger herzustellen. Mit relativ geringem Materialeinsatz (geringen Rohrstärken) lassen sich im Wasserrohrkessel hohe Temperaturen und Drücke erzeugen. Durch den Feuerraum des Wasserrohrkessels werden die Rohre in kilometerlangen Schlangen geführt, zum Beispiel benötigt ein Kessel eines Braunkohlenkraftwerkes, der 200 Megawatt bei einem Dampfdruck von 150 Atmosphären und 530° Celsius leistet, etwa 600 km Rohrleitung. Durch das Wasser oder den Dampf in den Rohren werden diese nicht heißer als die angesteuerte Temperatur, daher kann der Wasserrohrkessel mit allen Arten von Brennstoffen auch bei sehr hohen Feuerraumtemperaturen betrieben werden. Über ein Regelsystem muss gewährleistet werden, dass ständig Wasser in den Kessel nachgeführt wird, ansonsten glühen die Rohre durch die Feuerraumtemperaturen (Größenordnungen von 1.000°- 1.500° Celsius und darüber) sofort aus, es entstünde Totalschaden.

Entwicklungen und Bauformen

Die ersten industriell anwendbaren Wasserrohrkessel wurden um 1840 gebaut, die Drücke stiegen im Laufe der Zeit von etwas über einer Atmosphäre hin zu etwa 15 Atmosphären (Anfang des 20. Jahrhunderts) bis zu den heutigen Drücken um 270 - 300 Atmosphären. Entsprechend stieg die Leistung der Kessel und entwickelten sich verschiedene Bauarten. Man unterscheidet heute prinzipiell zwei Bauarten: Beim Naturumlaufkessel zirkulieren Wasser und Dampf durch natürliche Physik, beim Zwangsumlauf- oder Zwangsdurchlaufkessel wird die Zirkulation mit einer Pumpe sichergestellt. ..."

Und dies bezieht sich zunächst auf die dem Stand der Technik mit herkömmlichen Brennstoffen befeuerbaren Anlagen - andere Beheizungstechnologien noch nicht mit inbegriffen.

Von daher können Sie das Entwicklungspotenzial, welches sich hier erschließt, ermessen - Stichwort: Solarofen.

Ein neuer, sehr

interessanter Fernsehbeitrag hierzu:  https://www.youtube.com/watch?v=LpT3IsnqPlo

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