Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Sehr verehrte Damen und Herren,

liebe Bastelfreundinnen und - freunde,

diejenigen unter Ihnen, die schon etwas länger an Bord der Anastasia mitreisen, werden sich möglicherweise noch an das sogenannte "Baumarkt-Projekt" erinnern, welches in der Adventszeit vor zwei Jahren hier seinen teilweise furiosen Abschluss fand. Mit wenigen Worten zusammen gefasst ging es dabei damals darum, dass Künstler/innen und Bastler/innen - hier aus unserer Mitte - ausschließlich mit Materialien, die in jedem üblichen Baumarkt zu bekommen sind, individuelle und originelle steampunk-Objekte herstellen sollten. Das geneigte Salon-Publikum war anschließend aufgefordert zu erraten, aus wessen Werkstatt wohl welches Objekt stammen könnte.

Wer mehr über das damalige Baumarkt-Projekt erfahren möchte, der kann sich an zwei Stellen umfänglich informieren: Der Gesprächsfaden der Planungs- und Bauphase ist hier: http://salon.clockworker.de/forum/topics/baumarkt-steampunk-ein-for...

Die Präsentation der Ergebnisse findet sich hier: http://salon.clockworker.de/forum/topics/ergebnispr-sentation-der-p...

Doch jetzt genug von dem "alten Kram" !

Im folgenden möchte ich Ihnen gern ein Vorhaben unterbreiten, welches einige Aspekte des im Vorspann oben skizzierten Projektes aufgreift, vor allem die Idee, dass verschiedene kreative Tüftler, Bastler, Künstler (und natürlich auch -innen!) zum gleichen Thema arbeiten. Jede(r) für sich und im eigenen Atelier oder Labor, aber eben unter einem zuvor mehr oder weniger festgelegten Motto.

Ich bin überzeugt, dass alle Leser/innen dieser Zeilen eine ziemlich klare Vorstellung davon haben werden, was eine Kugelbahn ist; und ich bin ebenso überzeugt davon, dass gaaaanz Viele unter Ihnen schon mal der Idee nachgehangen haben, vielleicht einmal selbst eine solche Kugelbahn zu bauen. Nun, jetzt könnte der Zeitpunkt gekommen sein, gemeinsam mit Anderen diesbezüglich Nägel mit Köpfen zu machen. Ich möchte Sie alle aufrufen: Machen Sie mit beim

Projekt Kugelbahn

So etwas braucht natürlich Zeit, klar. Aber was soll's? Nehmen wir uns doch Zeit.

Lassen Sie mich bitte kurz umreißen, was mir vorschwebt: Ab einem noch zu benennenden Starttermin in Kürze bis zum ersten Advent 2017 (ja, ich meine wirklich 2017!) haben alle, die mitmachen möchten, die Gelegenheit, nach vollkommen eigenen Vorstellungen eine Kugelbahn zu konstruieren und zu bauen. Die Ergebnisse werden als "Adventskalender" in der Vorweihnachtszeit des kommenden Jahres hier präsentiert.

Einige Eckpunkte für die Konstruktionen könnte man festlegen, etwa wie folgt:

 - Das Ganze ist kein Wettkampf; es wird keinen Gewinner und keinen Gewinn geben!

 - Die Wahl der Baumaterialien und deren Be- und Verarbeitungstechniken bleiben vollkommen frei gestellt

 - In jeder vorgestellten Kugelbahn müssen mindestens 10 gleichartige und gleichgroße Kugeln im Umlauf sein; die Größe und Beschaffenheit der Kugeln bleibt frei gestellt (Stahl- oder Holzkugel, Tischtennisball, Glasmurmel,...)

 - Durch eine sinnreiche Mechanik gleich welcher Art werden die im Umlauf befindlichen Kugeln mindestens um das 25-fache ihres Durchmessers angehoben

 - Das Hinabrollen jeder einzelnen Kugel in der Bahn (vom höchsten zum tiefsten Punkt) muss mindestens einen Zeitraum von 20 Sekunden einnehmen. Später geändert - siehe Seite 3

 - Der Antrieb bleibt frei gestellt; Kraftmaschinen jeglicher Art sind ebenso zulässig wie manueller Antrieb z.B. durch eine Handkurbel. Die Kugelbahn muss aber (zumindest theoretisch) unendlich lange betreibbar sein, ohne dass dabei eine der im Umlauf befindlichen Kugeln unmittelbar berührt werden müsste

 - Jede Kugel der Bahn muss auf ihrem Weg vom höchsten zum niedrigsten Punkt innerhalb der Apparatur mindestens zwei "Sensationen" auslösen; was Sensationen sind, bleibt frei gestellt ;-)

Alles Weitere sollten wir - Ihr Interesse vorausgesetzt - gemeinsam diskutieren.

Also, meine Damen und Herren: Was halten Sie von dieser Idee?

fragt

Remington Brass

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Ich hoffe die Herren sehen mir ein Schmunzeln nach.

Mein Sohn - übrigens mein partner in crime seit ich ihm von dem Projekt erzählt habe - und ich haben uns schon die Köpfe über die Zeit zerbrochen. Es ist fast schon zu einem familiären Wettbewerb geworden, Möglichkeiten zu finden, wie man Kugeln be- und entschleunigen kann. Mit der Richtlinie können wir uns nun wieder auf die wesentlichen Dinge konzentrieren, wie zum Beispiel die Einigung, was für Elemente wir einbauen wollen und welche wohl auf der Strecke bleiben.

Es grüßt,

Niane Wever

Verehrte Frau Wever,

es freut mich außerordentlich zu lesen, dass Sie und ihr "partner in crime" bereits jetzt so tief in die Materie eingedrungen sind und ich hoffe inständig, dass Ihnen der familiäre Wettbewerb, welchen ich ungewollt entfachte mit meiner zu ambitionierten Vorgabe hinsichtlich der Roll-Zeit der Kugeln nicht zwischendurch die Laune verhagelt hat.

Nun, ich deute Ihr Schmunzeln mal als Indiz, welches gegen diese Befürchtung sprechen könnte und wünschen Ihnen und Ihrem Filius weiterhin erbauliches Konstruieren und Planen!

Remington Brass

Werthe Kugelbahn-Enthusiasten,

ich habe wunderschöne Links gefunden, die ob der Perfektion der Geräte meine Begeisterung gerade wieder dämpfen:

https://www.youtube.com/watch?v=3OGyLHu24rk  - 11:40 gute Idee. Teller, in dem sich die Kugeln länger drehen; Verteiler lässt Kugeln auf 3 Bahnen laufen

https://www.youtube.com/watch?v=1fRfaXsJRHw  - Anleitung zum Drahtbrücken löten aus 1mm Messingdraht

http://www.kugelbahn.info/deutsch/haupt/einl.html - viele Beispiele für Heben, Verläufe (Wippe, Schubs, Schlauch, Weiche (Flipflop), Schnecke & Trichter

Hat jemand bereits eine Antriebsquelle (Elektromotor) für den Heber gefunden (Spirale oder Rad), die wartungs- und störungsfrei einen ganzen Tag lang läuft (z.B. für eine Ausstellung)?

herzlichst Ihr Audiovisionär,

Jürgen

Werter Audiovisionär,

zunächst "willkommen im Club" und herzlichen Dank für die link-Sammlung.

Als elektrische Antriebsquelle würde ich auf einen Einphasen-Asynchron-Motor für Netzspannung zurückgreifen. Diese Motoren sind leise (je nach Aufhängung sehr leise), absolut wartungsfrei und nahezu unkaputtbar, da im mechanischen Aufbau absolut simpel. Es gibt diese Motoren mit knapp 3000 und mit knapp 1500 U/min; das hängt von der Auslegung der Wicklung ab. Ich würde nach Möglichkeit die langsamere Variante bevorzugen, weil dies das trotzdem unverzichtbare Getriebe weniger aufwändig macht.

Diese einfachen Motoren sind in vielen Altgeräten (Schreibmaschinen, Rechenmaschinen,..) zu finden. Zum Betrieb brauchen sie leider einen Anlaufkondensator, das ist der meist silbrig schimmernde Zylinder, an dem oben zwei Drähte angelötet sind, welche zum Motor führen.

Ganz wichtig und im Grunde selbstverständlich: wenn man keine Ahnung hat: Finger weg, Fresse halten und den Fachmann machen lassen ;-)  Es ist leider so, dass Netzspannung töten kann!

Remington Brass

Guten Morgen die Damen und Herren,

wenn ich ihnen einmal einen Rat geben darf, der Antriebsmotor von z.B. einem Mikrowellenherd eignet sich wunderbar. Mit etwa 4 RPM sollte das recht gut für diesen Zwecke passen. Etwas derartiges finden Sie etwa hier. Selber Wickeln würde ich nicht unbedingt, das ist nämlich eine Heidenarbeit, glauben Sie mir, ich habe nun schon einige Spulen für Motoren gewickelt ... 

Ein Tolles Projekt, was sich Kollege Brass da wieder ausgedacht hat, mal sehen ob ich dafür die Zeit finde.

Ihr O. Funkenspotz

Verehrte Damen, geschätzte Herren, liebe Freunde,

ausgehend von den Tatsachen, dass am 03. Dezember der erste Advent sein wird und wir heute den 04. April auf dem Kalender sehen, darf ich Sie hiermit herzlich willkommen heißen im so eben anbrechenden zweiten Drittel unseres Kugelbahn-Projektes. Mit anderen Worten:

noch acht Monate Zeit!

Alles in Allem also wahrlich noch kein Grund zur Panik, aber vielleicht ein willkommener Anlass, um gemeinsam einen ersten Blick zu werfen auf Ideen, Planungen und vielleicht sogar schon auf bereits in Arbeit befindliche praktische Anfänge. Wie sieht's aus in Ihren Köpfen und Werkstuben? Haben Sie bereits einen Anfang gewagt?

Wenn Sie mögen, dann lassen Sie sich einladen, im Folgenden einmal kurz zu schildern, in welcher Weise Sie sich bislang schon der Projekt-Idee genähert haben. Dabei sollten Sie aber tunlichst noch nichts Substanzielles verraten, um die Überraschung im geplanten "Adventskalender" nicht zu gefährden. (Ich selbst werde Ihnen in Kürze auch einen kleinen Einblick in meine diesbezüglichen Pläne gewähren, lasse Ihnen jedoch hier gern den Vortritt.)

Desweiteren möchte ich an dieser Stelle keineswegs versäumen zu erwähnen, dass das Projekt Kugelbahn selbstverständlich nach wie vor offen ist für "Neu-Einsteiger/innen". Sollten Sie also erst jetzt davon Kenntnis genommen haben oder einen plötzlichen Motivationsschub spüren, so fühlen Sie sich frei, sich der virtuellen Bastelgemeinschaft hier anzuschließen - herzlich willkommen!

So, und jetzt bin ich gespannt; spinxen wir mal ein wenig durch den Schlitz im Vorhang ...

Remington Brass

Hoch geschätzte Mitreisende,

Da es weder meine Werkstatt, noch meine Zeit zulässt, bin ich nicht in der Lage mich einem so umfangreichen Projekt zu widmen.

Dennoch fiel spontan als Hebevorrichtung ein Untergestell einer alten Nähmaschine ein. Einen Exentermotor zum Bedienen der Fusswippe und entsprechende Halterungen am Schwungrad um die Kugeln auf die entsprechende Höhe zu bringen. 

Möglicherweise kann ja jemand diesen Ansatz verwenden.

In freudiger Erwartung und mit besten Grüßen

Hans de Donkere van Stoom

Guten Abend zusammen,

hier kommt der vorgestern angekündigte Spinxer durch den Vorhangschlitz:

Mit besten Grüßen aus der staubigen Werkstatt

Remington Brass

Werter Herr Brass,

Sie sehen mich in höchstem Maße beeindruckt ob der filigranen Ausführung der Zahn-, Riemen- und sonstigen Räder. Wie benennt man eigentlich dieses Rad mit den innenliegenden Zähnen richtig? Vielleicht hätte ich in den Vorlesungen über technische Mechanik besser Obacht geben sollen. Mögen Sie das Geheimnis der Herstellung an dieser Stelle ein wenig lüften? Ich schieße jetzt einfach einmal ins Blaue: So wie ich Sie hier im Salon kennenlernen durfte, vermute ich, daß alles in reiner Handarbeit entstanden ist.

Bewundernd grüßt von der Küste,

Peregrinus E.

Werter Remington,

das sieht mir nach einer Hypozykloiden - Führung aus? Da bin ich aber voller Spannung wie es weiter gehen möchte. Gute und saubere Verzahnung haben Sie da ausgeführt. Respekt und zweimal den Hut gezogen.

Es grüßt Sie freundlichst - Leon de Ferro

Vielen Dank für's Lob, meine Herren,

den "Innenzahnkranz" - ich glaube, dass ist die Bezeichnung, nach der Sie suchten, Herr Electrophorus -  sowie das zugehörige Planetenrad hatte ich schon seit einigen Jahren "auf Halde" liegen. Es stammt noch aus der Zeit, als ich meinen hypozykloidischen Federresonanz-Motor baute. (siehe hier: http://salon.clockworker.de/forum/topics/hypozykloidischer-feder-re...) Gut erkannt, werter Leon! Was soll ich sagen? Es gibt einfach technische Schmankerl, die findet man so g..l, dass es mit einer einmaligen Nutzung derselben irgendwie nicht getan zu sein scheint; für die Einen ist dies womöglich ein Raspberry Pi - nicht wahr, Herr Steam? - und für die Anderen eben eine hypozykloidische Geradführung.;-)

Ansonsten kann ich sagen, dass ich die Außenschnitte an den Rädern und Zahnrädern mit einer kleinen Bandsäge herstellte und für die eine oder andere Bohrung natürlich eine Bohrmaschine benutzte; ansonsten sehen Sie in der Tat reine Handarbeit vor sich: Uhrmacher-Laubsäge, Schlüsselfeilen und jede Menge Schleifpapier führend.

Wünschen Sie mir Glück, dass das geplante "mechanische Panoptikum" in acht Monaten schnurren wird!

Ein schönes Wochenende wünscht

Ihr Remington

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