Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Vor 125 Jahren überwand Otto Lilienthal kurzzeitig die Schwerkraft in einem Gleiter

Ich bin zwar kein Freund der Werbung, aber dieses Otto-Lilientahl-Museum in Anklam ( http://www.lilienthal-museum.de/olma/home.htm ) muss man als Steampunker einfach gesehen haben und das aus zwei Gründen:

1. wegen des Jubiläums (siehe oben) 

2. wegen der vielen Exponate aus der Kinderstube der Fliegerei - vornehmlich alle noch unmotorisiert.

Ich bin nun schon das dritte mal in dieser kleinen aber feinen Ausstellung gewesen und konnte mich wieder nicht satt sehen an allerlei phantastischem, aber auch ganz realem Fluggerät (zum Teil in Originalgröße). Null Alu, null Verbundstoffe - alles aus Holz und Stoff. Dieser Otto Lilienthal hatte Mumm - das ist mein Fazit, nachdem ich die fragilen Gebilde im Original gesehen habe.

Eine sehr kleine Auswahl merkwürdiger Fluggeräte habe ich mal abgebildet (übrigens auch Danke dem Museum: keine extra Fotogebühren - wenn es privat bleibt - und fast alle Freiheiten und Perspektiven um sein Lieblingsgerät abzulichten.)

Ach so: man kann natürlich auch eine Menge über Aerodynamik lernen - viele Mitmachstationen laden dazu ein.

An die Crew des Museums: ich liebe Euch!

Hochachtungsvoll

Georg von Fixfokus

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Werter Herr von Fixfokus,

zum Glück ist ja nichts privater als ein durch den Aether dümpelndes Steampunk-Luftschiff, meinen Dank also für die  Verbreitung der schönen Exponate.

Meine einsilbige Frage aber als Ex-Berliner an den aktiven Brandenburger:  Anklam?

War nicht nächstens zu Berlin eine Lilienthalgedenkstätte/Museum, welche ich auch in meinen frühen Tagen ganz sicher einmal heimsuchte? Oder irren meine verbliebenen cerebralen Windungen?

Mit dringlicher Bitte um Aufklärung,

F.F.Faltenbalg

Sehr geehrter FF Faltenbalg

Das kann schon gut sein, das Sie ein solches Museum besuchten, denn der irre mutige Flugpionier Lilienthal hat jeden Hügel nördlich von Berlin auf Flugtauglichkeit geprüft. Geboren ist er aber in Anklam, wo er auch (soweit ich mich erinnere) lange gelebt hat. Deshalb ist Anklam wohl die Lilienthal-Stadt. Zumindest begegnet man ihm heute dort ziemlich häufig.

Gleichwohl musste ich aber feststellen, das das große Jubiläum eher im süden Deutschlands zelebriert wird (wenn man dem Presseecho glauben darf). Diese Tatsache verblüfft mich dann schon.

Anklam selbst ist eine Stadt mit sehr beschränkten Möglichkeiten. Umso mehr hat mich das Museum überrascht. Das ist was für Kinder, für Erwachene, Abenteurer und Steampunker. Eine Super Bibliothek zum Thema und überaus zuvorkommende Mitarbeiter, die vieles möglich machen - das macht Freude. Zwei ähnlich geartete Außenstellen (Flugplatz und Marienkirche) gibt es ebenfalls. Kann nur anraten, den Weg in die leider etwas vergessene Ecke unseres Landes anzusteuern.

Wer richtig was in der Bibliothek erforschen will, sollte sich aber voranmelden - die Materialien sind einfach zu umfangreich.

Akuelles Projekt des Museums: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/Lilienthal-Gleite...

Hochachtungsvoll

Georg von Fixfokus

Nachdem ich des ehrenwerten Herren Lilienthals Gerät bereits anschauen durfte, wäre für mich eine Sichtung der Sammlung Anschütz  im gleichen Hause noch interessanter.

Ein Pionier der Fototechnik, wie er im Buche steht !

Freundlichst,

F.F.Faltenbalg

Lassen Sie mich nicht auch noch auf diesem Gebiet lostoben....das überfordert mich, da ich Sammler von alten Kameras bin und die Geschichte der Fotografie (mit Schwerpunkt der östlichen Kamerawerke) quasi ab 6 Jahren mir einverleibt habe. Unvergessen, als das erste Bild in der Entwicklungsschale unter Rotlicht auftauchte - die pure Magie.... danach Beschäftigung mit Spezialentwicklungen wie Kupfertönung, Solarisation, gezieltes Abwedeln....

Herr Anschütz ist mir als erster richtiger Serienbildfotograf aufgefallen...aber da gibt es ja so viel mehr...

Heute bin ich (als Steamer selbstverständlich völlig klar) KAPer (Kite Aerial Photography), siehe auch auf meiner alten Seite: http://www.lausitz-bild.de/sonderthemen/kap.html), also jene Spezies, die Luftbildfotografie mittels Fesseldrachen praktizieren. Macht einen Heiden-Spaß, kuriert Rückenleiden und produziert auf preiswerte und sehr ökologische Weise erdnahe Luftbilder mit einem ganz eigenen Charme.

Nun ist aber Schluss - ist spät geworden.....

Gute Nacht

Georg von Fixfokus

Pseudosolarisation/Sabbatiereffekt muss man natürlich mögen; Tonungen stabilisieren allein schon das Bildsilber, und Abwedeln wie Nachbelichten sind natürlich klassisches Handwerk.

Ab hier geht es dann langsam richtig los mit dem feinen Bild; besondere Erwähnung fände nun das partielle Belichten mit unterschiedlichen Filtergradationen der heutigen Multigradepapiere, Splitgrade...

Ich entnehme Ihren Seiten, dass Ihnen der einstige Sir Lawrence kein Unbekannter war; Seine Luftbilder schon vor 100 Jahren waren spektakulär ( und bestätigen mich wiederholt, dass wir heute praktisch nix gebacken bekommen, was es nicht früher schon gab, dafür aber gerne so tun, als seinen wir heute das Maß der Dinge).

Aber Seine gigantomanische Kamera war der absolute Reisser.

Tja, wo ich hier die Verknüpfung von Luftfahrt und Photographie vernehme und auch wieder zu Ihrer eigentlichen Intention, dem Gedenken an Mühen und Wirken des Herren Lilienthal zurückkehren möchte, muss ich doch glatt meinen greisen Ahn fragen, warum er seinerzeit nicht auch mal aus Seinem Segelflieger herausgeknipst hatte.

Herzlichen Dank für die Anregungen,

F.F.Faltenbalg

Sehen Sie es Ihrem "greisen Ahn" nicht nach, so ganz ungefährlich war das Unterfangen ja nicht, wie das Ende beweist...

Werte Mitreisende,

ich habe dieses Museum vor Jahren durch Zufall entdeckt und kann Herrn Fixfocus nur zustimmen und es empfehlen.

Grüße aus dem Schwarzwald

Erhard von Umtrieb

*** Vorsprung durch Mechanik ***

Sehr geehrter Herr Fixfocus, sehr geehrter Herr von Umtrieb,

dieser Empfehlung kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Meine Wege führen mich regelmässig in den hohen Norden und dieses Museum besuche ich so oft es die Zeit erlaubt.

Sehr geehrter Freiherr Faltenberg,

dem kann ich mich nur anschließen, ein Besuch des Ortes Stölln (wo Herr Lilienthal seine ersten Flugübungen veranstaltete) ist ebenfalls empfehlenswert. Dieser Ort war im letzten Jahr unter anderen Bestandteil der Bundesgartenschau.

Vielen Dank für die spannenden Erläuterungen! Also verbleibe ich hochachtungsvoll

Elisabeth Freifrau von Reitemeye

Hallöchen Frau Reitmeyer,

Da sind wir Wiederholungstäter wohl unter uns....immer wieder Schmunzeln muss ich über den "hohen Norden"... deren "Berge" (abgesehen von Exoten an der Kreideküste) sich meist innerhalb von 10m zu bemessen sind und deren geografische Lage noch lange nicht an der Polargrenze zu finden ist. Aber wahrscheinlich ist das gerade auch so ein Moment/Fakt, der die Faszination Küste ausmacht...

Höchachtungsvoll

Georg von Fixfokus

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