Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Bastel-KollegInnen,

es gibt, wie Ihnen gewiss gekannt ist, am Markt zahlreiche verschiedene Vorrichtungen, die mehr oder weniger gut geeignet sind, die Aufgabe zu erfüllen, für die sie gedacht sind, nämlich ein Werkstück bei Lötarbeiten so zu fixieren, dass erstens nix wackelt und zweitens die Finger des Lötenden unversehrt bleiben. Die bekannteste Löt-Hilfe dürfte wohl die sogenannte "3. Hand" sein; leider wackelt das Ding trotz gusseisernem Fuß wie ein Lämmerschwanz.

Schon seit geraumer Zeit nutze ich als Löt-Unterlage eine gelochte Keramikplatte. Sie hält gut die Hitze beim Löten mit der Flamme, und in die kleinen Löchlein kann man kurze Stifte stecken, zwischen denen das Werkstück auf der Platte fixiert werden kann.

Für eher zweidimensionale Arbeiten eignet sich diese Löthilfe recht gut; sie zeigte aber stets deutliche Mängel, wenn die Lötarbeit an dreidimensionalen Objekten erfolgen sollte.

Deshalb sann ich auf Abhilfe und baute mir folgende Vorrichtung:

Aus Rechteck-Alu-Rohr 12,5 x 6,5 fräste ich mir zunächst passende Stücke T-Nut-Profil. Alu-T-Nutprofil kann man auch fertig kaufen, aber es ist unverhältnismäßig teuer im Vergleich zur DIY-Variante.

Aus Vulkanfiber fertigte ich einen Rahmen für meine Keramik-Platte und befestigte vier Nut-Profile mit 24 winzigen Senkkopfschrauben rundherum am Rahmen.

Mittels sogenannter Nuten-Steine - die in Wahrheit aber auch aus 4mm Alu bestehen - kann man dann an beliebiger Stelle kleine Stativstangen befestigen:

Auf diese Weise wird es möglich, die gelenkig gelagerten Krokodilklemmen der 3.Hand überall dort wackelfrei zu befestigen, wo sie gerade am geeignetsten erscheinen:

So weit - so gut.

Aus Erfahrung wusste ich, dass ich schon wiederholt die Möglichkeit vermisst hatte, beim Löten auch von oben fixierenden Halt ins Werkstück bringen zu können. Deshalb baute ich als Ergänzung eine "Brücke", die flexibel ebenfalls mittels der T-Nut-Schienen montiert werden kann. Die beiden von oben wirkenden Andrück-Schrauben sind durch  entsprechende Gelenke an verschiedenen Positionen montierbar und etwa +/- 45° seitlich schwenkbar.

Sehen Sie hier ein Beispiel-Setting (der Messingring und die Kupferplatte könnten hier problemlos verlötet werden):

Ich hoffe, Sie mit meiner Bastelei nicht gelangweilt zu haben. Eventuelle Nachbauten würden gern gesehen und vielleicht kommt ja der Eine oder die Andere unter Ihnen auf noch weitreichendere Ideen für weitere Verbesserungungen der Löt-Vorrichtung. Davon wüsste ich dann gern!

Ein schönes Rest-Wochenende wünscht

Remington Brass

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Antworten auf diese Diskussion

Sehr geehrter Herr Remington Brass,

das von Ihnen beschriebene Problem kenne ich nur zu gut. Im Bereich des Lötens mit einer Flamme habe ich mir bisher mit einem Kalksandstein zu helfen gewusst. Analog Ihrer Platte hat der Stein mit der Zeit diverse Löcher erhalten.

Die Verwendung einer Keramiklochplatte ist natürlich besser.
Und deshalb auch meine Frage dazu: "Unter welchem Begriff kann ich diese Lochplatte finden?"

Ansonsten werde ich Ihre Idee mit den verstellbaren Haltern unter "Gewusst wie !" abspeichern.

Herzlichen Dank für diesen Tip.

Hochachtungsvoll

Ing. Duerr

Sehr geehrter Herr Remington Brass,

das von Ihnen beschriebene Problem kenne ich nur zu gut. Im Bereich des Lötens mit einer Flamme habe ich mir bisher mit einem Kalksandstein zu helfen gewusst. Analog Ihrer Platte hat der Stein mit der Zeit diverse Löcher erhalten.

Die Verwendung einer Keramiklochplatte ist natürlich besser.
Und deshalb auch meine Frage dazu: "Unter welchem Begriff kann ich diese Lochplatte finden?"

Ansonsten werde ich Ihre Idee mit den verstellbaren Haltern unter "Gewusst wie !" abspeichern.

Herzlichen Dank für diesen Tip.

Hochachtungsvoll

Ing. Duerr

Werter Herr Duerr,

wo ich meine Keramikplatte damals bezog weiß ich leider nicht mehr, aber z.B. hier habe ich sie soeben wiedergefunden:

https://www.fohrmann.com/de/loetplatte-aus-keramik.html

Mit kollegialem Gruß

R.B.

Guten Abend Herr Brass

Sehr schöne Idee und sehr Nachammenswert.

Ich persöhnlich benutze ein Ceran Laborschutzplatte als Untergrund die auf eine Rigipsplatte ruht.

Mfg

Cyril von Delirus

Werter Kollege Brass,

eine wirklich praktische Löthilfe haben Sie sich
hier geschaffen.
Danke für diesen Tipp, schon oft ist mir beim Löten
die Löthilfe umgekippt oder der Aufbau von Teilen
trotz Bindens verrutscht.

Ich glaube ein Nachbau ist hier ein Muß.

Im Fundus am kramen!!

Ihr Engineer D.N. Mac Leod I


Recht herzlichen Dank für den Hinweis

Ing. Duerr


Remington Brass sagt:

Werter Herr Duerr,

wo ich meine Keramikplatte damals bezog weiß ich leider nicht mehr, aber z.B. hier habe ich sie soeben wiedergefunden:

https://www.fohrmann.com/de/loetplatte-aus-keramik.html

Mit kollegialem Gruß

R.B.

Guten Morgen, werter Herr Brass,
ihre Idee und Umsetzung finde ich sehr sinnvoll, man kann die eine oder andere Situation nachvollziehen, in der z.B. eine Standard-3te-Hand nicht ausreichend oder garnicht hilft.
Zur Erweiterung bzw. Verbesserung schlage ich ihnen noch eine flexible Beleuchtung vor, dann die Krokoklemmen gegen welche mit ordenlichem Gelenk zu tauschen, die Feststellschraube zerdrückt die Klemme im Ansatz schnell und schon ist ein Freiheitsgrad blockiert.
Ergänzen sie ihren Aufbau noch durch einen z.B. leisen PC-Lüfter, ggf. mit Abluftschlauch, um die Dämpfe vom Aufbau wegzubekommen. Dann wäre da noch eine Magnet-Schale, z.B. bei Pollin.de erhältlich, für Kleinteile.

In Neugier auf ihre Erweiterungen,
hochachtungsvoll
Mechanikus Squelver

Sehr geehrter Herr Brass,

Ihre Anleitung kommt mir wie gerufen. Zur Zeit bastle ich an einer anachronistischen Form von Elektronik, bei der ich viele Hände gut gebrauchen kann. Als Unterlage benutze ich eine Fermacell Gipskartonplatte, in die ich nach Bedarf Draht einstecken kann.

Allzeit einen heissen Lötkolben wünscht,

Hochachtungsvoll,

Kapitän Darius Cumulus

Klasse Idee Herr Kollege,

bei mir wär da schon wieder die Frage: wohin damit, weil kein Platz mehr...

Irgendwie aber eventuell doch umsetzbar, ich baue jetzt alles so, dass ich das an die Decke ziehen kann...

Vielen Dank,

Ihr TvP

Potzblitz Herr Brass,

Sie spielen wahrhaft virtuos auf der Klaviatur mechanischer Möglichkeiten. Kompliment Herr Kollege!

Sehr angetan verneigt sich,

Peregrinus, der elektrische Mensch

'n Abend meine Herren,

Ihnen allen herzlichen Dank für Ihre Kommentare, das Lob und die Anregungen.

Ihr R.B.

Hochverehrter Herr Kollege Remington Brass, theurer Freund  und OB!

Auch ich bin schwerstens beeindruckt von dieser überaus kreativen Lösung!!

Ich habe diesen Punkt sofort an Nr.1 auf der Liste der Montags-Besprechung mit den Junophorschen Werkmannen gesetzt.

MIt bestem Dan k für diese werthvolle Anregung verbleibt Ihr Aeon Junophor

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