Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Sehr verehrte Mitreisende,

bevor ich meine Frage los werde, erlauben Sie mir, mich kurz vorzustellen. Vor ca 2 Jahren fand ich den Weg zum Steampunk und bin seitdem gefesselt von dieser Möglichkeit des kreativen Ausdrucks. Ich bin ein eher jüngerer Erkunder unserer Welt, wie auch Herr Aetherwing und Herr Graf von Reichenhall.

In genau 24 Stunden werden wir uns auf dem Jahrmarkt in Bochum wieder finden, umzingelt von sehr vielen gleichgesinnten. Da wird es durchaus zu den ein oder anderen Gesprächen kommen. Und hier setzt meine Frage an:

Siezen, oder Ihrzen?

Das Portal Wikipedia gibt keine genaue Angabe, welche Höflichkeitsform Im 19. Jahrhundert üblich war. Ich gebrauchte bisher immer unterbewusst eine recht unglückliche Mischung aus Ihr-Sie-Euch. Jedoch gibt es bestimmt eine zu präferierende Form?

Hier wäre ich sehr verbunden Antwort zu erhalten.

Ich verbleibe mit freundlichem Gruß

Ihr Admiral

Tags: DerAdmiral, Euch, Höflichkeit, Ihr, Personalpronomina, Sie

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Seien Sie gegrüßt, werter Herr Admiral!

Eigentlich ist "Sie" die hier am häufigsten genutzte Form (zumindest im Hauptraum und den Diskussionen). Doch manchmal passt ein "Ihr" besser in den Satz, es ist ästhetischer  oder klingt einfach besser. Man kann die Anrede auch vom Rang des Gegenüber abhängig machen. "Ihr" bei höheren, "Sie" bei niedrigeren/gleichen Rängen.

Hochachtungsvoll,

Benjamin Walczak

Werter Herr Admiral

Wie dies im 19. Jahrhundert genau gehalten wurde kann ich Ihnen leider auch nicht sagen. 

Mir gefällt es aber sehr gut, dass hier an Bord ein so respektvoller und gepflegter Umgangston herrscht.

Das bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass wir uns bei einem Real-Life treffen zwingend Siezen oder gar die Ihr-Form nutzen müssen. Es kommt immer auf die Situation an. Fragen wie: wie lange kenne ich den anderen schon, sind wir in etwa im selben Alter, tauschen wir uns öfters aus, handelt es sich um eine Respektsperson etc. spielen dabei eine Rolle.

Ich bin noch nicht so lange dabei habe aber die Erfahrung gemacht, dass bei Treffen durchaus auch ein freundschaftliches Du angebracht sein kann. Wie gesagt ist dies sehr Situationsabhängig. Grundsätzlich sollte man die allgemeingültigen Höflichkeitsregeln anwenden.

Hochachtungsvoll

Lady Anna

Einen schönen guten Morgen zusammen.

Ihr müsst wissen, werter Herr Walczak, dass eine Vermischung des "Ihr" und des "Sie" unglaublich einfach geschieht. Vermutlich liegt dies daran, dass in der modernen Welt (mit Ausnahme einiger Dialekte) ausschließlich das "Sie" genutzt wird, in den meisten Fällen das "Ihr" jedoch besser klingt.

Wenn man einzelne Personen anspricht, zeugt das "Ihr" meist von besonderer Höflichkeit, wie Ihr in Eurem Beitrag ja schon erwähntet. Ein Problem liegt jedoch beim Ansprechen einer Gruppe, wie beispielsweise Sie hier am Tisch nebenan, die mit gespitzten Ohren unserem Gespräch lauschen - und denken ich würde es nicht bemerken. Wenn man eine Gruppe anspricht und "Ihr" verwendet wirkt das schnell so, als würde man die einzelnen Personen der Gruppe duzen - eine unerhörte Frechheit in unserer Zeit, nicht wahr?
Wozu entscheidet man sich also? Zum "Sie".

Und hier liegt das Problem, werter Freund: In vielen Fällen ist das eine, in vielen das andere besser. Daher passiert es mir - und sicher auch anderen - immer wieder, beides zu vermischen.

Was tun?

Werte Lady von Liecktensteam, Euch kann ich nur zustimmen. Wenn man sich besser kennen gelernt hat, ist es auch möglich, sich zu duzen, sofern das von beiden Parteien erwünscht ist. Hierzu muss ich allerdings anmerken, dass im 19. Jh das "Du" bzw. der Vorname ausschließlich bei Freunden seit Kindertagen oder verheirateten Paaren verwendet wurde. Allerdings kann dies ja in der Moderne von jedem so gehandhabt werden, wie es ihm/ihr beliebt.

Hochachtungsvoll,

Julius Aetherwing

Verehrter Herr Admiral,

Mit dem Blick auf Morgen kann ich Ihnen aus Erfahrung sagen, dass es oftmals auf Veranstaltungen üblich ist, sich einander zu "Siezen". In der Regel ist es aber oft so, dass man nach kurzer Zeit sich auf das "Du" einigt. Mein Tipp: Bleiben Sie vorerst bei der klassischen Höflichkeit, der Rest ergibt sich fast immer ziemlich schnell.

Mit besten Grüßen und in voller Erwartung auf dem Morgigen Tag,

Friedrich Graf von Reichenhall

Werter Herr Admiral

Ich habe ähnliche Erfahrungen wie der werte Graf von Reichenhall gemacht.

Bin auch schon in Vorfreude auf den morgigen Tag.

Ergebens Mecanica von Unruh.

""Wenn man eine Gruppe anspricht und "Ihr" verwendet wirkt das schnell so, als würde man die einzelnen Personen der Gruppe duzen - eine unerhörte Frechheit in unserer Zeit, nicht wahr?
Wozu entscheidet man sich also? Zum "Sie". ""

Ein Irrtum, zumindest aus meiner Sicht.

Zur Wahrung grösstmöglichster Distanz, aber der Gewinnung höchstmöglicher Aufmerksamkeit wegen, wie es Ihnen bei jener unverschämten Gruppe wohl im Sinne stünde, würde ich treffsicher das "Ihnen"  wählen.

Unpersönlicher und schmähender ginge es einerseits kaum, führen Sie doch die ganze Gruppe vor, wobei es Ihnen andererseits vortrefflich gelingen wird, dass gleichzeitig jedes Individuum der Gruppe das Gefühl bekommt, es ginge ausschliesslich nur um ihn. "Ihnen!".

Mit dem sehr wohl förmlichen "Sie" widerum könnten Sie womöglich auch höflichst auf den edelblütigen Köter dort am  Nachbartische einreden wollen, niemand muss sich angesprochen fühlen. "Sie!" "Wer??"

Um dem Gesinde aber nun zu zeigen, wo es hingehört, nämlich an eine kurze, stählerne Kette an des Köters Stelle, wäre natürlich, deren schäbigem Verhalten mehr als angemessen, ein hingeflegeltes "Euch" von Nöten.

Das Pack wird wohl verstehen, dass es sich nicht um ein arschkriechendehrerbietiges "Euch" wie z.B. dem pomadisierten Richterthum gegenüber handeln wird.

Ich hoffe Sie verstehen, was ich Ihnen zu vermitteln gedachte, und es hat Euch hoffentlich nicht gelangweilt.

Mit einem Mindestmass an Respekt sollte man übrigens, so zumindest sehe ich die Dinge,  dem/der Unbekannten keineswegs unaufgefordert bzw, nicht abgesprochen  mit dem lockeren Du begegnen; ein grober faux pas und wie gesagt, etwas respektlos dazu.

Lassen Sie uns respektvoll bleiben, meine Damen und Herren, und dem Freunde sprachlich huldigen, aber den Gegner mit der subtil geschwungenen Sprachkeule zu Boden zwingen.

F.F.Faltenbalg

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