Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Werte Mitreisende,

meine Frage wurde bestimmt schon einmal gestellt und bestimmt auch schon

negativ beantwortet, aber ich habe hier irgendwie nichts zu dem Thema gefunden.

Also, ich habe ein Leuchtmittel aus den 30er Jahren, es hat eine sehr schöne Form :)

und es hat flüssiges Quecksilber in der schönen Form :(

Könnte man nicht...

Wie würde man...

Wäre es möglich, dass...

Sie können sich denken worauf es hinausläuft?

Antwortmöglichkeiten

A: Stellen Sie sich nicht so an, Sie Memme. Das bisschen Lepra!

B: Um Gottes Willen Mann, sind Sie völlig von Sinnen, wir werden alle sterben!

....auch nicht ganz, ganz vorsichtig mit

Schutzanzug, Auffangbecken, Endlager und gutem Versicherungsschutz?

Ihr verunsicherter

Sir Steven

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Guten Morgen,

ist das eine Lampe?

Die erste Frage wie herum? Elektroden nach oben, dann fließt der Strom durch das Quecksilber-reservoir.

Oder Elektroden nach unten?

Hat das Teil eine dritte Elektrode zum Zünden?

Das Problem ist Zünd- und Betriebsspannung. Dazu kommt, dass bei laufendem Betrieb Quecksilber verdampft und die Leitfähigkeit innerhalb der Lampe zunimmt. Da müsste dann herunter geregelt werden.

Wenn das Ding im kalten Zustand zerbricht, dann ist das schon eklig. Man kann mit Zinkpulver oder Mercurisorb das Quecksilber binden. Wenn das in Ritzen kriecht ist das richtig blöd. Das Zeug verdampft nämlich und vergiftet die Umgebung ganz langsam durch die Dämpfe. Also nur über einer Wanne oder Auffanggefäß hantieren.

Wenn das Teil im Betrieb (heiß) hochgeht dann wird es richtig eklig. Das, unter Druck stehende, Quecksilber verdampft und schlägt sich dann im Raum nieder. Das kriegt dann nur der Kampfmittelräumdienst wieder weg, wenn überhaupt. Auf jeden Fall ist bei größeren Quecksilbermengen eine Raumsanierung fällig.

Wollen Sie das Teil überhaupt in Betrieb nehmen, dann nicht ohne passende Vorschaltgerät oder ähnlich. Auf jeden Fall mit Strombegrenzung.  Dann ionisiert das Quecksilbergas in der Röhre und leuchtet schön blau.

Könnten sie ein paar mehr Bilder machen?

LG,

H. Steam

Verehrter Mc Towelie,

Ich bitte meine Zweifel an Ihren Ausführungen zu entschuldigen, doch handelt es sich hier, nach meinen bescheidenen Kenntnissen, eher um einen Schalter. Solcherlei Gerät ist mir aus der Industrie und auch aus Warmwasserspeichern bekannt. Eingeschaltet ist, wenn das Quecksilber beide Kontakte benetzt. Der Vorteil dieser Schalttechnik liegt darin, dass es quasi keine Abnutzung gibt, wie das bei Relais der Fall ist.

Ich möchte mich Herrn Steams sehr ausführlichen Sicherheitsbedenken anschließen. Ich schlage vor, das Gerät bruchsicher zu verbauen und für den Lichteffekt eine LED dahinter zu verstecken.

Hochachtungsvoll appelierend, die Menschheit dieses eine mal noch zu verschonen,

Kapitän Darius Cumulus 

Werter Sir Steven,

da ich keine Ahnung habe, was genau Sie da in Ihren Händen halten, gestatten Sie mir nur eine kleine Randbemerkung zum Thema Quecksilber.

Als junger Mann - oder besser: als Halbstarker - absolvierte ich eine Lehre zum Chemielaboranten; das ist jetzt über vierzig Jahre her. Wenn uns damals mal wieder z.B. ein Thermometer zu Bruch gegangen war, dann wurde an der "Unfallstelle" großflächig Schwefelpulver ausgestreut. Zwei Tage später durfte dann der Lehrling das Quecksilbersulfid sowie den überschüssigen Schwefel mit Schaufel und Kehrblech aufnehmen und dem Sondermüll zuführen - und aus die Maus! (Dass sich dieser Tage Zahn um Zahn aus meiner Kauleiste verabschiedet, bringe ich jedoch dennoch nicht in einen ursächlichen Zusammenhang mit den Gepflogenheiten damals.)

Unfallfreies Basteln wünscht

Remington Brass

Guten Morgen die Herren,

nein, es geht nicht um die Wiederinbetriebnahme des Leuchtmittels,

ich hätte gerne das flüssige Quecksilber unfallfrei aus dem Glas, ohne das es explodiert.

Das Leuchtmittel stammt aus einer Sanitas Kwarza Ultraviolett-Therapie Lampe(ca.1930), sehen Sie selbst

Ich habe auch noch nichts Konkretes mit dem Glaskolben vor, wahrscheinlich schon irgendwie illuminieren, mal schauen.

Werter Herr Cumulus,

für einen Weltuntergang fehlt mir der richtige Knopf zum drauf drücken und die passende schicke Frisur ;)

Ihr

Sir Steven

Werter Sir Steven,

warum möchten Sie ein so schönes Stück von Leuchtmittel zweck Gewinnung des Quecksilbers zerstören?

Allein die Form des Leuchtmittels ist schon sehr schön und erhaltenswert.

Ich für meinen Teil würde versuchen die Lampe komplett zu retten und zu restaurieren. 

Zuerst die Elektrik prüfen (Kabel, Stecker, Verbindungen,...) .

Dann das Ganze im Freien über eine regelbare Spannungsversorgung ganz langsam hochfahren.

Das natürlich mit entsprechenden Sicherheitsabstand und Vorkehrungen zum Schutz der Umwelt.

Wenn das Ding noch leuchtet, würde ich die Lampe komplett restaurieren.

In freudiger Erwartung über die Schilderung Ihres weiteren Vorgehens 

verbleibe ich grüßend

Hans de Donkere van Stoom

Die eigentliche Lampe ist schon fast neu gestaltet. Das verrostete Stahlrohr wurde durch ein Aluminiumrohr ersetzt und wird noch poliert.

Es fehlen mir aber noch Teile für meine Idee zu dem Teil.

Die Lampe in Ihren original Zustand zu versetzen war mir a. zu aufwendig und b. was soll ich mit einer UV-Lampe anfangen?

Ihr

Sir Steven

P.S.

Werter Herr van Stoom,

es geht mir um den Glaskolben, nicht um das Quecksilber ;)

OK,

die Lampe hat einen Stutzen.

Dort wurde das Quecksilber eingefült und die Lampe evakuiert.

Das ist auch der Punkt mit der geringsten Spannung im Glas.

Vorgehensweise:

Handschuhe an (lange Handschuhe).

Schutzbrille auf.

Lampe in eine Photoschale o.Ä. legen.

Photoschale mit dicker, durchsichtiger Folie abdecken.

Fenster auf.

Einfüllstutzen abkneifen, damit die Lampe belüften.

Quecksilber in ein Gefäß laufen lassen.

Quecksilberreste herausschütteln.

Quecksilber entsorgen.

Meinten Sie so etwas ;-)

Hochachtungsvoll,

H. Steam

Hier auf unserem Schiff findet die Wortschöpfung eines begabten bayerischen Philosophen eine treffende Beschreibung der Anwesenden, Kompetenz-Kompetenz.

Lieber Freund Horatius genau so soll das und so soll es auch geschehen.

Lange Handschuhe werde ich noch besorgen, dieses Bild soll Ihnen allen nur zur Veranschaulichung

dienen, dass der Fragende in diesem Fall nicht ganz unbedacht an die Sache herangegangen wäre.

Nur eine kleine, nicht ganz unwichtige Frage sei mir noch gestattet, Sie sprechen ganz lapidar von "abkneifen" teuerster Freund, wird das Glas an der Stelle nicht zerbröseln?

In meiner jugendlichen Naivität hätte ich da eher an vorsichtiges abfeilen gedacht.

Ihr

Sir Steven

Meine Wahl wäre jetzt auch eher auf eine Ampullensäge oder einen Dremel gefallen, beim aufkneifen hätte ich Sorge das der schöne Glaskolben zerbricht. Ampullensägen kann man im übrigen auch sehr gut zum öffnen "normaler" Glühlampen verwenden, ohne diese in Splittergranaten zu verwandeln. Wem wäre nicht schon einmal eine schöne Glühlampe beim öffnen zerbrochen, weil man den Kolben auf dem falschen Fuß erwischt hat.

EDIT: Was mir gerade noch aufgefallen ist: der von Ihnen verwendete Atemschutzfilter ist für Quecksilber NICHT geeignet! Bei Arbeiten mit Quecksilber müssen Filter des Typs "Hg" (Farbcode: rot) oder entsprechende Kombifilter verwendet werden, Filter oder Kombifilter für organische und anorganische Gase reichen bei Quecksilber nicht aus.

Das nur als Hinweis.

Ver Gespannte Grüße

N. Noctem

Das ist in der Tat eine tolle Idee: Ampullensäge! Großartig!

Die Gruppe ist allwissend :-)

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Nikelodius Noctem sagt:

Meine Wahl wäre jetzt auch eher auf eine Ampullensäge oder einen Dremel gefallen, beim aufkneifen hätte ich Sorge das der schöne Glaskolben zerbricht. Ampullensägen kann man im übrigen auch sehr gut zum öffnen "normaler" Glühlampen verwenden, ohne diese in Splittergranaten zu verwandeln. Wem wäre nicht schon einmal eine schöne Glühlampe beim öffnen zerbrochen, weil man den Kolben auf dem falschen Fuß erwischt hat.

EDIT: Was mir gerade noch aufgefallen ist: der von Ihnen verwendete Atemschutzfilter ist für Quecksilber NICHT geeignet! Bei Arbeiten mit Quecksilber müssen Filter des Typs "Hg" (Farbcode: rot) oder entsprechende Kombifilter verwendet werden, Filter oder Kombifilter für organische und anorganische Gase reichen bei Quecksilber nicht aus.

Das nur als Hinweis.

Ver Gespannte Grüße

N. Noctem

Da muss man aber erst einmal drauf kommen, Ampullensäge habe ich vorher auch noch nie gehört.

Vielen Dank für den guten Tipp lieber Herr Noctem und auch ihren Hinweis bezüglich meiner

Atemschutzmaske werde ich berücksichtigen.

Es wäre ja schade um das gute Stück, wenn jetzt auf den letzten Metern noch etwas schief läuft.

Ihr

Sir Steven

Guten Abend die Herren

Ampullensäge klingt nach aufsägen. Dem ist leider nicht so. Sie dienen nur zum anritzen und dann bricht man das Glas weg. Dremel Trennscheibe ist dafür wesentlich besser geeignet.

Ausserdem haben die Kollegen sehr recht zum Thema Quecksilberentsorgung und handling.

Quecksilbertropfen sind kleine Flinke "Mist" Stücke.

Mfg

C.v.D

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