Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Verehrte Mitreisende,

Wie Sie dem Titel schon entnehmen konnten, geht es hier um Musik. 
Vor einiger Zeit hatte ich mich mit zwei Freunden aus der Jugendgruppe, der Ætas Ætheria Nova, über Musik im Steampunk unterhalten. Wir hatten uns darüber beklagt, dass es für unseren Geschmack zu viel aus den schwarzen Szenen gibt. Der eine plädierte für Jazz, ich für mehr Anlehnung an die Klassik der damaligen Zeit, der Dritte war wieder für was anderes.

Das es im Steampunk keine Definition für den Musikstil gibt, ist zweifelsohne ein Segen. Drum wollte ich ebenfalls etwas beisteuern, um etwas mehr Abwechslung zu schaffen. Als leidenschaftlicher Musiker auf der Königin der Instrumente, kurz der Orgel, hatte ich mich sofort ans Werk begeben und ein paar Versuche gestartet. An diesem Punkt, verehrte Mitreisende, brauche ich Ihre Unterstützung. Meine Versuche beschränken sich bisher auf drei Improvisationen, plus einer Improvisation zu einem bildlichen Thema. 

Meine Bitte an dieser Stelle, seien Sie mir Kritiker meiner Werke. Ich muss zugeben, das steampunkgerechte Musik für Orgel zu erschaffen mir nicht leicht fällt. Daher brauche ich Ihre Meinung. Fühlen Sie sich frei, zu sagen was Ihnen gefiel, oder was nicht und aus welchem Grund. 

Mir ist nur zu gut bekannt, dass die Orgel nicht jedermanns Instrument ist und vermutlich der ein oder andere einen alten Meister meiner bescheidenen Kunst vorzieht. Aber ohne guter Kritik kann man nicht besser werden. Drum immer nur her mit den Kommentaren.

Doch genug geschwafelt, hier nun die vier Links:
Improvisation Nr.1
Improvisation Nr.2
Improvisation Nr.3
Sturmflug im Luftschiff

Fühlen Sie sich frei, alles begründet zu kommentieren. Ich bin nichts gegenüber abgelehnt. Selbst wenn die Kommentare mehrheitlich negativ ausfallen sollten, so will ich entgegen halten, das noch kein Meister vom Himmel gefallen war.

Auf rege Kommentare hoffend,

Ihr Friedrich von Reichenhall

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Lieber Friedrich,
ich muss zugeben, dass ich positiv überrascht bin. Es ist Dir ausgezeichnet gelungen, diesem sehr imposant klingenden Instrument stillere, teils mysteriöse Sequenzen zu entlocken, die etwas von einer Spieluhr haben, oder eine geheimnisvolle, statt einer von mir erwarteten fast pompösen Atmosphäre zu vermitteln.
Die Stelle ab 6:19min in Improvisation 1 fand ich allerdings eher gewöhnungsbedürftig. Es hatte teilweise Jahrmarktcharakter, dafür klang es dann aber doch wieder zu feierlich.
Der erste Teil der Improvisation Nr. 2 hat mir dann wieder ausgesprochen gut gefallen! Es fällt mir nur sehr schwer zu beschreiben, warum. Mich würde wirklich interessieren, was Dein Gedankengang hinter diesem Stück war, denn er scheint absolut richtig gewesen zu sein!
Die Stelle bei 6:13min scheint allerdings das Mikrofon dezent zu überfordern, diese hohen Töne klingen tatsächlich geradezu unangenehm, wenngleich sie gedämpft ausgesprochen gut passen könnten. Aber ist so etwas wie gedämpfte Pfeifen überhaupt möglich? - Der Laie fragt...
Der dritte Teil der zweiten Improvisation gefällt mir ebenfalls gut, allerdings weiß ich nicht, ob ich ihn Steampunk zugeordnet hätte. Es ist aber ein schönes, nachdenkliches Stück. Der vierte passt dann meiner Meinung nach doch wiederum ziemlich gut ins Genre.
Improvisation Nr. 3 fäng wiederum wundervoll an. Es vermittelt wieder genau die Atmosphäre, die ich mit Steampunk verbinde. Auch die Geräusche der Person, die einmal den Raum zu betreten scheint, passen ausgesprochen gut. :D
Beeindruckend finde ich auch die schnellen Läufe gegen Ende!

Der Sturmflug schließlich ist ein sehr spannungsgeladenes, schönes Stück. Aber Sturmflug? Es klang für meine Ohren eher nach der Ruhe vor dem Sturm, eine gespannte Erwartung.

Insgesamt muss ich meinen größten Respekt zollen, Du beherrschst die Königin der Instrumente nicht schlecht. Weiter so!

Zu den Videos insgesamt sei noch gesagt, dass eine Aufnahme schön wäre, in der man Dich tatsächlich spielen sieht.
Auch eine bessere Tonqualität mit weniger Grundrauschen wäre diesen Melodien durchaus würdig. Aber ich weiß, das kostet alles...

Mit den besten Grüßen,
Dein Dachs

Sehr geehrter Herr von Reichenhall

Wow, besonders das Stück "Sturmflug im Luftschiff" läßt bei mir alte Erinnerungen wach werden. Da kommen die Klänge von YES vom Album "Turn of the Century" wieder hoch, welches ich über und über als Begleitung zum lesen von "John Sinclair"-Romanen in den  70/80er Jahren nutzte. Das ist wirklich sehr außergewöhnlich und läßt eine Art von melancholische Erinnerung hochkommen....

Danke

Ihr Käpt`n Nemo

Lieber Dachs,

Danke für dein Lob und für deine Kritik.
Pompöse Atmosphären versuche ich zu vermeiden, die ist man ja schon aus den Sonntagsgottesdiensten gewöhnt. Selbst die schönste Musik stumpft auf Dauer ab. Ein Nachteil, aber auch eine Herausforderung.
Was Improvisation Nr.2 betrifft, nun, mir schwirrte zu dem Zeitpunkt das Bild einer alten Eisengießerei im Kopf herum.
Was die gedämpfte Pfeife betrifft, es gibt durchaus Pfeifenregister, die leiser sind, und andere, die lauter sind. Das ist intonationssache. Es gibt auch noch das sogenannte Schwellwerk. Das heißt, man hat über den Pedalen noch ein weiteres Pedal, das sogenannte Schwellpedal, womit man Schwellklappen reguliert, die dann je nach Wunsch die im Schwellwerk vorhandenen Pfeifen einschließen und damit dämpfen.
Was Improvisation Nr.3 betrifft, die Geräusche waren nicht beabsichtigt. Unsere Küsterin war gerade am aufräumen.
Eine Aufnahme mit mir wird wohl nicht so leicht zustande kommen, ebenso Aufnahmen mit besserer Audioqualität. Dafür fehlt mir einfach das nötige Equipment.

Verehrter Herr Bilcock,

Es freut mich das es Ihnen gefallen hat. Bei Zeiten wird es eine verbesserte Version geben, wahrscheinlich aber keine bessere Aufnahmequalität.

Vergangene Tage hatte ich noch einen alten Schulfreund als Kritiker hinzugebeten. Elementär würde es an einer bestimmten Melodie fehlen, einem bestimmten Thema in allen Aufnahmen. Und in dem Punkt hat er recht. Es war mir bisher nicht aufgefallen. Drum will ich erstmal Themen erarbeiten und diese dann umsetzen. Eventuell sogar an einer der größten Orgeln Deutschlands.

Hochachtungsvoll,

Friedrich Graf von Reichenhall

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