Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Sehr geehrte Damen und Herren,

geschätzte Freunde des gepflegten Bastelns,

besitzen auch Sie so ein kleines Schleifgerät - meist einfach "Dremel" genannt? Wenn ja, dann kennen Sie das hier:

Wahrscheinlich kennen Sie dann auch die lästige Eigenschaft dieser Papp-Schleifringe, sich nach kurzem Gebrauch zu lockern und dann ganz geschmeidig von dem sie tragen sollenden Gummikörper abzurutschen. Eben!

Das war ich leid und sann auf Abhilfe. Solche Schleifer müsste man doch auch selbst machen können, und außerdem sind diese popeligen Papp-Schleifringe verhältnismäßig teuer. Nun, ich glaube, einen Weg gefunden zu haben und möchte Ihnen selbigen nicht vorenthalten und zur Nachahmung empfehlen.

Was wird gebraucht?

  - eine M3-Schraube mit möglichst langem Schaft (dem Teil ohne Gewinde)

 - eine M3-Mutter nebst passender Unterlegscheibe

 - ein Reststück Dübelholz (hier 16mm Durchmesser)

 - ein Streifen Schleifleinen (hier 240er, es geht aber auch gröberes)

 - Holzleim

 - Bohrmaschine, nach Möglichkeit Standbohrmaschine

Zunächst wird so exakt wie möglich auf dem Dübelholz das Zentrum angerissen; dazu braucht man nicht zwingend einen Zentrierwinkel, wie er auf dem Photo zu sehen ist.

Man sticht die gefundene Mitte vor und bohrt möglichst senkrecht mit einem 2,5mm-Bohrer so tief, wie das Gewinde der Schraube lang ist.

Wer hat, der bohrt dann mit einem M3-Gewindebohrer ein Gewinde ins Holz; es reicht völlig, nur und ausschließlich den Vorschneider zu benutzen.

Mit einem Tröpfchen Leim wird die Schraube ins hölzerne Gewinde eingedreht, sodann deren Kopf abgesägt und der Sägeschnitt entgratet.

Machen Sie sich an dieser Stelle bitte keine Illusionen! Gleichgültig, wie präzise Sie versucht haben die Schraube genau in die Mitte des Holzzylinders einzuschrauben, das Ding wird, wenn Sie's jetzt in die Standbohrmaschine einspannen, fürchterlich eiern.

Nehmen Sie also zunächst eine Feile, später dann Sandpapier zur Hand und schleifen Sie den Zylinder solange bei laufender Bohrmaschine, bis er wirklich rund läuft - das ist wichtig!

Wenn dies erledigt ist wird zunächst achsparallel ein Schlitz in das Holz gesägt und sodann der Zylinder einseitig des Schlitzes leicht abgeflacht. Das sollte anschließend etwa so aussehen:

(sorry, das Bild ist etwas unscharf geworden)

Die Abflachung hat den Zweck, dem kleinen Überstand des jetzt einzuklebenden Schleifleinens Raum zu geben. Mit Holzleim wird der Streifen Schleifleinen sowohl im Schlitz als auch auf der Fläche des Zylinders angeklebt. Mit zwei oder drei stramm gespannten Gummibändern wird während der Trocknungsphase fixiert. (Jetzt wäre wieder Zeit für ein Tässchen Kaffee und ein / zwei Zigaretten.)

Wer's eilig hat, der kann aber auch schon während der Leim anzieht, vorsichtig mit einer Schablonier- oder Nagelschere überstehendes Schleifleinen wegschneiden.

Und wenn dann alles geklappt hat, sollte der fertige DIY-Schleifer etwas so aussehen:

Frohes Schleifen allenthalben wünscht

Remington Brass

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Sehr geehrter Herr Brass,

das Thema mit den kleinen Schleifern ist auch bei mir eine immer wiederkommendes Ärgernis.
Entweder der Schleifzylinder ist glatt wie ein Kinderpopo oder wie in Ihrem Falle dreht er durch.
Des weitern hab ich auch festgestellt, dass die Aufnehmer sich ändern und damit nachgekaufte Schleifzylinder nicht mehr passen.
Um so interessierter hab ich Ihre Ausführung gelesen, weil es ja mit dieser Methode möglich ist jeden Durchmesser selber herzustellen.
Ich werde es bei nächster Gelegenheit mal ausprobieren.

Vielen Dank fürs Teilen 

Hochachtungsvoll
Ing. Duerr

Sie haben sich wieder einmal bestens zu helfen gewusst verehrtester Remington. Das ist eine tolle Idee die sicher vielen von Nutzen sein wird!

Ergebenst

Lady Anna

Viele Dank für den tollen Tipp und die Anleitung!

Das kommt in den Laderaum :-)

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Werter Remington,

eine sehr praktische Methode um schnell und kostengünstig an ein gutes Schleifmittel zu kommen. Die gleiche Problematik hatte ich früher auch. Heute nutze ich fast ausschließlich geschlitzte Schleifmittelträger in verschiedenen Größen. Schneller und einfacher kann ich mir die Herstellung einer Schleifrolle und deren Wechsel gar nicht mehr vorstellen. Es werden Streifen aus Schleifpapier verschiedener Körnung mit der Schere geschnitten, die Länge der Streifen bestimmt dabei den Durchmesser der Rolle. Der Streifen wird im Schlitz des Trägers aufgenommen und in Laufrichtung aufgerollt, - fertig. Hat sich der Umfang des Schleifmittels abgearbeitet, - Maschine stopp abgenutztes Schleifmittel abreißen, - weiter. Solche Träger sind für ganz kleines Geld zu Bekommen, - z.B. Firma "zu Jeddeloh" oder Karl Fischer - Pforzheim, -Anbieter für Goldschmiedebedarf. 

Viele Grüße - Leon de Ferro

Guten Morgen werter Leon,

dies scheint mir in der Tat der bastlerischen Weisheit letzter Schluss zu sein - genial einfach und einfach genial. Danke für den weiter führenden Tipp!

Bislang sind mir diese "Schmirgelpapierhalter" offenbar entgangen in der Angebotspalette der Fa. Fischer; ein Versäumnis, das ich in Kürze zu korrigieren gedenke.

Ihr Remington

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