Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Verehrte Mitreisende,

Vergangene Tage hatte ich mich immer wieder gern mit einem anderem Mitreisenden unterhalten, und wir kamen irgendwann auf die Idee: Wie wäre es mal mit einem Steampunk-Gottesdienst? Laut meinen Recherchen hat es sowas bisher noch nicht gegeben und daher meine Frage, ob überhaupt genug Interesse besteht, einen solchen zu veranstalten. Falls ja, nun, ich würde mich gerne anbieten, mich um die Organisation zu kümmern, unteranderem, mit jemand erfahrenem zusammen.

Anbei will ich hinzufügen, dass ich verhältnismäßig recht gute Kontakte sowohl zur katholischen, als auch zur evangelischen Kirche verfüge, so dass man bei Bedarf diesen auch ökumenisch halten könnte; sowie dass ich derzeit eine Ausbildung zum Kirchenmusiker durchlaufe, wovon ich doch, meiner Meinung nach, behaupten kann, von der Gestaltung einer Gottesdienstfeier Ahnung zu haben.

Eventuell könnte man diese Veranstaltung auch mit anderem kombinieren. Einem Konzert vielleicht? Einen schönen Abend in einem Klostergarten? Oder beides zusammen? Möglichkeiten gäbe es bestimmt mehr als genug.

Aber zurück zum eigentlichen Punkt: Mir geht es gerade nur um das Interesse an einer derartigen Veranstaltung. Wo diese stattfindet, wie diese im Endeffekt aussieht oder wer diese nun wirklich organisiert, ist hier gerade nicht von belang. Wenn genug Interesse besteht, kann man gerne, mit meinem Zutun oder nicht, alles weitere bereden.

Mit besten Grüßen in die Runde,

Friedrich Graf von Reichenhall

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Ich finde die Idee eines solchen Zusammenseins interessant,

kann aber aus Überzeugung an solch einer Veranstaltung nicht teilnehmen.

Hochachtungsvoll,

Horatius steam

Werter Graf von Reichenhall,

mich (als kirchengeschichtlich interessierte Atheistin) würde der angedachte Zusammenhang interessieren - möchten Sie einfach gern zwei Ihnen wichtige Lebensbereiche vereinen oder sehen Sie inhaltliche Bezüge? 

So wichtig die christliche Religion auch in der viktorianischen Zeit war, fällt es mir doch schwer, mir einen Steampunkgottesdienst vorzustellen, der über eine moderne Veranstaltung im Kostüm oder andererseits eine Art Theaterinszenierung hinausgeht.

Ihren Kirchenmusikhintergrund im Steampunk einzusetzen, ist meiner Meinung nach eine wunderbare Idee, aber vielleicht wäre ein Konzert ein passenderer Rahmen, der auch eine breitere Gemeinschaft ansprechen könnte? 

Mit den besten Grüßen

Luiselotte Degenwaldt

Verehrte Madame Degenwaldt,

Dass das Christentum im viktorianischen/ wilhelminischen Zeitalter von gesellschaftlicher Bedeutung war, steht gewiss außer Frage. Meiner Vorstellung nach sollte es keine Theaterinszenierung werden, denn damit wäre der Sinn einer Messfeier verfehlt. Man könnte diese zwar original nach den damaligen Messbüchern abhalten, aber ich gehe schwer davon aus, dass das Interesse an einer lateinischen Messe doch recht gering ist. 

Wie bereits gesagt, ich erkundige mich lediglich nach dem allgemeinen Interesse, bevor ich (oder jemand anderes) ans Werk gehe. Ebenso hatte ich ja auch vorgeschlagen, es mit anderem zu verbinden. Die Möglichkeiten sind allesamt offen und viel an der Zahl. Beifügen will ich noch, dass ich im Sinn hatte, der Messfeier an sich einen musischen Schwerpunkt zu geben.

Wenn Sie, verehrte Madame, Vorschläge et cetera haben sollten, ich bin immer für alle Kritik und Unterstützung offen.

Hochachtungsvoll,

Friedrich Graf von Reichenhall

Werter Herr Graf von Reichenhall,

für ein solches Unterfangen dürfen Sie von meiner Seite leider keinerlei Interesse oder gar Zustimmung erwarten.
Über alle Zeiten hinweg betrachtet, ob in der damaligen viktorianischen Zeit, davor oder danach oder auch in der heutigen Zeit, halte ich Religion in jeglicher Ausprägung - vor allem nach den von mir gemachten Erfahrungen, und ich weiß, wovon ich spreche, glauben Sie mir - für die Wurzel nahezu allen Übels in dieser Welt.
Die Menschheit könnte meiner bescheidenen Meinung nach ohne diese heute bereits wesentlich weiter entwickelt sein.
Das Verharren in traditionell-religiösen Strukturen verhindert diese Weiterentwicklung zu autarken und dabei sozial und verantwortungsvoll handelnden Wesen, wie unschwer zu erkennen ist, wenn man sich sehenden Auges und offenen Geistes insbesondere mit den drei Wüstenreligionen beschäftigt.

Was jemand in seinem Kämmerchen macht und glaubt, ist seine eigene, ganz persönliche Sache, jedoch dürfen solche Überzeugungen auf keinen Fall Auswirkungen auf das Staatswesen samt dessen Finanzierung, Gesetzgebung, Erziehung und Unterricht usw. haben. Hier sollten grundsätzlich und ausschließlich vollkommen religionsunanhängig moralisch-ethische Werte humanistischer und aufgeklärter Ausprägung die alleinig geltende Legitimation sein.

Mit den freundlichsten Grüßen
Eusebius v.d. Boom

Lieber Herr van den Boom,

inhaltlich stimme ich Ihnen zu, ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass Herr von Reichenhall hier lediglich eine privat organisierte Veranstaltung angedacht hat und (zumindest damit) keineswegs unser Staatswesen beeinflussen möchte. Wenn er in einem gemeinsamen "Kämmerchen" mit Gleichgesinnten seine Religion feiern möchte, sollte er die Freiheit dazu haben. 

Wie oben schon angesprochen, erschließt sich mir allerdings die Verbindung zum Steampunk nicht. 

Mit den besten Grüßen

Luiselotte Degenwaldt

die ansonsten unter Freunden als "Angry Atheist" verschrien ist ;-) und Sie daher vermutlich ganz gut versteht

Religion, Aethik, Politik - allein diese Themen haben schon so manches aetherreisende Schiff ins Schlingern gebracht, und  ich bin  schon jetzt etwas verspannt, wie sich das hier wohl weiterentwickeln wird.

Ich hoffe ungeachtet meiner Überzeugungen, welche ich an dieser Stelle nicht  einflechten werde, ganz in Ihrem Sinne, werter Herr Graf.

Antonio Gaudis La Sagrada erschiene mir übrigens eine architektonisch durchweg angemessene Stätte für ein steamiges Beisammenkommen...

Freundlichst,

F.F.Faltenbalg

Werte Frau Degenwaldt,

der einzige Antrieb für meine obigen Zeilen war, die für mich sehr triftigen Gründe meiner Ablehnung eines solchen Events rudimentär darzustellen. Es sollte hierdurch keinerlei Grundsatzdiskussion damit angezettelt werden, sondern lediglich meine grundsätzliche persönliche Einstellung darlegen. Ebenso wie Herr Graf von Reichenhall für sich in Anspruch nimmt, seine wie auch immer gearteten religösen Interessen über sein Kämmerlein hinaus hier im öffentlichen Raum vorzubringen und zu sondieren, ob er Gleichgesinnte findet, nehme ich mir das Recht (zum ersten Male im übrigen, da ich der Meinung bin, dass derart persönliche Einstellungen und Ansichten nichts, aber auch gar nichts, in einem Steampunkforum zu suchen haben), meine Meinung dazu ebenso öffentlich kundzutun und erwarte hierfür den gleichen Respekt wie für den Eröffner der Diskussion.

Von meiner Seite aus ist dazu nun alles gesagt. Meine weiteren persönlichen Einstellungen zu Religion, Tages- und Weltpolitik und ähnlichen minenübersäten Gebieten behalte ich ansonsten weiterhin geflissentlich für mich.

Mit den freundlichsten Grüßen
Ihr Eusebius van den Boom

Luiselotte Degenwaldt sagt:

Lieber Herr van den Boom,

inhaltlich stimme ich Ihnen zu, ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass Herr von Reichenhall hier lediglich eine privat organisierte Veranstaltung angedacht hat und (zumindest damit) keineswegs unser Staatswesen beeinflussen möchte. Wenn er in einem gemeinsamen "Kämmerchen" mit Gleichgesinnten seine Religion feiern möchte, sollte er die Freiheit dazu haben. 

Wie oben schon angesprochen, erschließt sich mir allerdings die Verbindung zum Steampunk nicht. 

Mit den besten Grüßen

Luiselotte Degenwaldt

die ansonsten unter Freunden als "Angry Atheist" verschrien ist ;-) und Sie daher vermutlich ganz gut versteht

Ich hatte mit Ablehnungen gerechnet, aber nicht damit, dass diese derart heftig ausfallen...

Betrübt über die bisher mehrheitliche, und insbesondere aus der Sorge, dass sich eine von mir nicht gewollte Grundsatzdiskussion entwickelt, erkläre ich meine Umfrage für beendet! Ausgenommen sind Mitreisende, die ihr Interesse nachträglich noch bekunden wollen.

Einen schönen Samstag wünscht

Friedrich Graf von Reichenhall

Guten Abend,

ich habe die Umfrage (auf Wunsch) noch einmal wieder geöffnet.

Fangen wir noch einmal von neuem an:

"Aber zurück zum eigentlichen Punkt: Mir geht es gerade nur um das Interesse an einer derartigen Veranstaltung."

Daraus interpretiere ich, die Frage nach einem simplen JA Interesse oder NEIN kein Interesse.

Also noch einmal und mit Respekt:

Meine Antwort: NEIN, kein Interesse

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Danke, werter Horatius für die Klarstellung.

Die Frage war lediglich gestellt, wer Interesse hätte. Nicht Desinteresse, und schon gar nicht die nach dem Warum dazu, las ich in den Zeilen. Darum sind jegliche Glaubens- oder Unglaubensbekenntnisse an dieser Stelle unpassend.

Werter Graf von Reichenhall,

vielleicht wären konkretere Konzeptvorschläge manchem hilfreich bei der Beantwortung dieser nicht einfachen Frage. Stellen Sie sich eine Veranstaltung nach alter oder moderner Art vor? Sollten die Besucher in SP-Kleidung erscheinen, oder nur/auch die leitende Person? Welches Thema schwebt Ihnen vor? Beiprogramm ist sicher eine gute Idee, da es wohl noch keine regelrechten Ballungsgebiete im Steampunk gibt, müsste sich die Anreise lohnenswert gestalten.

Grundsätzlich eine spannende, jungfräuliche Idee, findet

~Viktoria v. Waldesrand~

Verehrte Madame vom Waldesrand,

Vermutlich haben Sie recht, was ein Beispielkonzept betrifft, um den Mitreisenden meine Grundidee besser zu veranschaulichen. Was Ihre Fragen betrifft, ich persönlich fände es am besten, wenn alle in SP-Kleidung erscheinen würden. Ein Beispielthema können Sie aus dem folgenden Veranstaltungsplanungsbeispiel entnehmen.

Drum nun ein Beispiel für eine mögliche Veranstaltung:

Ich habe als Ort, für mich der Einfachheit halber, in diesem Beispiel meine alte Lehranstalt genommen. Zu den Örtlichkeiten: Es handelt sich um ein Internat, direkt an der Grenze zu den Niederlanden, mitten im Grünen (von der ungünstigen Lage bitte einmal hier absehen). Die Gebäude sind einerseits der alte Klostertrakt, sowie das 60er Jahre Hauptgebäude, mit weiteren bebauten Anlagen. 

Der Gottesdienst würde nicht allzu spät am Morgen stattfinden. Nach der Messfeier hätte man Gelegenheit zu einem Spaziergang über das große Gelände und/oder durch die alten Klostergärten. Zur Mittagszeit würde man sich dann im alten Klosterspeisesaal treffen und bedient werden (oder je nach Personenzahl im Stucksaal, beide Säle sind optisch sehr zu empfehlen). Im Nachmittagsbereich würde es mehrere kleinere Veranstaltungen geben, wie Workshops/Lehrgänge etc. Den gesamten Nachmittag über würde im Speisesaal Kaffee und Kuchen etc angeboten werden. Gegen Abend gäbe es eine Abendmahlzeit, wonach der musische Schwerpunkt des Tages beginnen würde. Kirche, Kreuzgang, Kapelle und Quadrum werden speziell ausgeleuchtet. An verschiedenen Punkten sind Musiker positioniert, sei es in der Kirche, Kapelle, Kreuzgang oder Quadrum (Anmerkung: Kirche und Kapelle liegen sich gegenüber an der jeweils anderen Seite des Kreuzganges, sodass man von beiden Seiten den Kreuzgang mit Orgeln beschallen könnte, sowie mit anderen Musikern zusammen, die man im Kreuzgang positioniert). Im Kreuzgang und im Quadrum stehen verschiedene Aussteller und Händler und bieten ihre Ideen/Waren feil. Der Musische Aspekt wird anfangs "romantisch" dargeboten, später können Musikgruppen auftreten. Hinzu bietet der Speisesaal Getränke verschiedenster Art, sowie lassen sich im Klostergarten und Quadrum genug Gelegenheiten zum sitzen/stehen finden, um genüsslich zu plaudern. In der Nacht würde dann die Veranstaltung enden.

Ich hatte vorhin erwähnt, dass das alte Gemäuer speziell ausgeleuchtet werden würde. In diesem Beispielentwurf will ich noch einfügen, dass das Mobiliar und andere Dekorationseinrichtung zum Teil ersetzt, zum Teil ergänzt wurde durch steamigeres Mobiliar. Sowie ist das Mobiliar in der Kirche durch anderes ersetzt worden. 

Ob man die sakralen Gewänder des Priesters/der Priesterin/der Priester durch andere ersetzten darf, weiß ich leider nicht, ich würde es gerne tun, wenn es möglich wäre. Angemerkt sei noch, dass meine alte Lehranstalt über einen eigenen Spiritual verfügt, einen jungen Kaplan derzeit, der immer stets für neues zu haben ist. Man könnte also mit seiner Unterstützung rechnen. Hinzu wäre die sakrale Musik zwar immernoch kirchlich, aber durchaus steamig, eigens komponiert für die Messfeier.

Ich hoffe, ich konnte mit dem Beispiel einen Einblick in eine mögliche Veranstaltung geben. Wenn es jemals zu einer kommen sollte, heißt das nicht, dass diese dann auch so aussieht, wie hier beschrieben. Falls jemand zu dem Beispiel hier trotzdem ein paar Vorschläge machen will, nehme ich diese gerne entgegen. Ebenso kann man mich gerne darauf aufmerksam machen, falls ich vergessen haben sollte, etwas in das Beispiel einzubauen. Wie ich es bereits einmal gesagt hatte, ich kenne mich mit der Organisation von Veranstaltungen überhaupt nicht aus, daher ist vermutlich dieses Beispiel fehlerhaft und lückenhaft. Man kann mich trotzdem gerne auf jeden noch so kleinen Makel aufmerksam machen.

Mit besten Grüßen in die Runde,

Friedrich Graf von Reichenhall

Sehr geehrter Herr Graf,

damit haben Sie mich an den Haken bekommen, da sollten wir beizeiten (noch)mal drüber kommunizieren. Bei exklusiven Lokationen mit einem exklusiven Grundgedanken werde ich neugierig.

Ich melde mich bei Ihnen...

Mit besten Grüßen

T.v.P.

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