Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Über Kurz oder Lang neigt sich der Winterschlaf des gemeinen Wolpertingers, auch bekannt als Lupus Cornutus, dem Ende zu…

Damit dies nicht auch gleich das Ende der bekannten Zivilisation bedeutet ist hier die ultimative Schutzausrüstung gegen alles was da kreucht und fleucht.

Alle Platten wurden per Hand nach einer selbsterstellten Kartonagen-Vorlage aus gealtertem Blech eines obsoleten Scheunendaches aus dem bayrischen Wald mittels der guten alten Blechschere zugeschnitten. Dann die Kanten mittels Flachzange vorsichtig umgebogen und auf dem Amboss festgehämmert.

Das dient ähnlich der Sicke im Automobilbau der Stabilität und Verstärkung der Einzelteile, als auch der persönlichen Sicherheit, damit man unnötiges Blutvergießen schon bereits beim Anlegen des Harnisches vermeiden kann.

Ähnlich wie der Mann aus Stahl gegen Materialien seinen Heimatplaneten anfällig ist, so ist diese Plattenrüstung aus Waidlerblech quasi das Kryptonit des Wolpertingers und bringt uns vielleicht den entscheidenden Vorteil gegen diese Untiere.

Aber nun Schritt für Schritt…

Alle Plattenteile werden mittels Lederriemen und Vollnieten nach Art einer mittelalterlichen Rüstung verbunden. Hier gilt unser Dank nochmals Master Furnance und den Werkshallen der Furnance Industries, der uns hier mit Rat und Tat zur Seite stand.

Man ist im Leben immer Amboss oder Hammer, hier sogar beides um dem Ziel näher zu kommen.

Da ja die Patina erhalten bleiben soll, aber die innere Struktur erhalten werden soll wurde nach der Montage gleich die Innenseite wie mit Unterbodenschutz gegen weiteren Verfall gesichert.

Einige Rostlöcher wurden einfach mit Flickplatten Übernieten. Das waren gar nicht wenige Stellen, gelinde Gesagt.

Apropos Lindenblatt: Um mehr siegreich als Siegfried zu sein wurden hie und da Vorkehrungen getroffen.

Auch schadete eine Segnung der Ausrüstung nicht im Geringsten.

Gesponsert von Psychopathen für psychologische Kriegsführung e.V.

Willst du Friede, so rüste dich für den Krieg

Verbrenne was du liebst, liebe was was du verbrannt hast.

Denn hat man das Böse definiert,so hat der Tag Struktur.

Man fühlt sich in der Platte wie eine Lok auf zwei Beinen und darum

braucht`s ganz klar Schienen.

Hier also ein paar Armschienen, handgeklöppelt und individuell gedengelt.

Bei längerem Tragen tragen pfeift man auch schnell wie der Kessel der Zugmaschine.

Damit sich die individuelle Note nicht nur als Schweißrand unter der Armierung niederschlägt hier ein paar Details:

Alle mit einfachsten Mittel hergestellt:

Aufgetupft mit einem flachen, breiten Pinsel mit Rostschutzfarbe durch selbstgefertigte Schablonen.

Diese wurden mit der Rechenmaschine angepasst und auf Papier gedruckt.

Dann mit einfachster Bürotechnik laminiert und mit möglichst wenig Fingerverlust mit dem Teppichmesser ausgeschnitten.

Um nicht ganz kopflos zu agieren musste ein Helm musste her. Die Wahl viel auf eine sogenannten „Brodie Helmet“ oder Tellerhelm.

Benannt nach seinem Erfinder dem Briten John L. Brodie aus dem Jahre 1915 und seither sowohl bei den US Marines als auch dem Commonwealth Lange in Dienst. Und um das Gefühl eines Schildkrötenpanzers auszukosten einfach den Kopf einziehen und der Helm schließt den Unrat der Welt aus.

Replikas hiervon sind günstig zu erstehen und nach einigen Misshandlungen wie Salzwasser-Essig-Bädern, Vorschlaghammer und Beschimpfungen (Denn Ratschläge sind auch Schläge) wird er der in Ehren gealterter Schutzausrüstung angepasst. Schleifpapier, Feile und das eine oder andere Fußballspiel mit dem Helm in der Hauptrolle tun ihr Übriges.

Und so entlasse ich Sie in die Welt mit den besten Wünschen.

Bleiben Sie uns gewogen und bedenken Sie stets:

Wenn de Krieg ausbricht war der Friede wohl ein Gefängnis.

In diesem Sinne

Es grüßt Sterneisen von der Heimatfront, äh Werkstattfront.

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Antworten auf diese Diskussion

Servus und Guten Abend,

Donnerwetter! Sie sehen mich baff. Dann viel Glück auf der Wolpertingerjagd!

Grüße ins Frankenland,

Friedrich von Reichenhall

Sehr geehrter Herr von Sterneisen,

Ihre Beschreibung ist sehr unterhaltsam, was mir Vergnügen bereitet. Ebenso aber bewundere ich Ihren Mut, mit solchem Gerät dem Wolpertinger gegenüber zu treten. Sollten Sie diesen Kampf nicht überleben, was zu erwarten ist, so wird dieser Forumsbeitrag stets die Erinnerung an Ihren Kampgeist und Ihre Handwerkskunst wach halten.

Mögen die Götter Ihnen beistehen,

Kapitän Darius Cumulus 

Sehr geehrter Herr Sterneisen,

bei dieser Ausrüstung kann auf einer der nächsten Wanderungen bestimmt nichts passieren.
Angriffe von Wolpertingern oder ähnlichem Getier können damit locker abgewiesen werden.

Und die Mitwanderter werden, bedingt durch das Rüstungsgewicht, die kurzen Wanderungen zu schätzen wissen. Nur die sonst immer fällig werdende Abkühlung im kühlen Nass wird wohl ausfallen.

Wünsche noch getragene Werte

Ing. Duerr

Sehr geehrter Herr Steineisen,

sehr beeindruckend und Waldmanns Heil für die Jagt!

Hochachtungsvoll

Ruby

Geschätzter Herr von Sterneisen,

beeindruckend, was Sie da geschaffen haben! Kann Ihnen nur Wolpertingermannsheil wünschen!

Und dass es Ihnen nicht so wie diesen zwei Gesellen ergehe!

Grüße aus dem Schwarzwald

Erhard von Umtrieb

*** Vorsprung durch Mechanik ***

Danke für den Hinweis.

Aber wir haben ja grobes Gerät.

Sehen Sie  hier die Dreifaltigkeit. Nur um sicher zu gehen

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