Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Da ich in letzter Zeit wieder dazu komme Flohmärkte zu besuchen und sich somit eine kleine Sammlung 1. WK Ferngläser gebildet hat, diese aber durchweg ohne Tragetasche verkauft wurden, war es zeit etwas zu unternehmen.

 

Nebenbei bemerkt .... unglaublich das die Leute die auf Flohmärkten diese 1. WK Ferngläser anbieten, sich nicht einmal die mühe machen, sich im vorfelde zu Informieren was diese Wert sind. Bei Ebay werden diese zwischen 120.- und 400.- Euro gehandelt ..... ich hab für keines mehr als 7 Euro bezahlt.

 

Nun gut.... Ich brauchte also ein Tragbares Behältnis das sich am Gürtel fest machen ließ.

Nun das ist dabei raus gekommen:

 

 

Eine Holzbox (kompletter eigenbau)

Wie es gemacht wird ist recht simpel. Die Umrisse (mit dem dicken ende) auf eine Sperholzplatte zeichnen. Rundherum ca. 5mm dazurechnen und aussägen. Die höhe Messen und das Holz endsprechend zuschneiden.

Bei den Rundungen habe ich Sperholzstreifen verwendet (auf einer Seite angefahst) die ich ,der Rundung folgend, aneinander klebte.

Mit dem Deckel wurde dann ähnlich verfahren.Ein Paar Messingleisten und Steampunk Elemente runden das Bild ab.

 

 

 

Rohling Gebeizt!

 

 

Das ganze anschließend von innen mit schwarzem Samt ausgekleidet.

 Gesammelte Werke .... Zeitbestimmung der Stücke 1905 - 1935

 

Das mitlere ist eine Tschechische "Bilig" Produktion gegen Kriegsende. Da die Rohstoffe langsam knap wurden, kammen dann nur noch diese aus Blech gestanzten, zusammengesteckten Ferngläser mit Bilig-optik zum Einsatz.

Die anderen beiden sind aus Messing bzw. Kupfer .... und alle Teile sind verschraubt und noch recht Hochwertig .... auch was die Linsen an geht.

 

Bauzeit: 2 Abende (weil ich warten muste bis der Lack troken ist). :)

 

Viel Spaß beim nachbauen!

 

Hochachtungsvoll Vailen

 

 

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Antworten auf diese Diskussion

Guten Abend,

Da ist wirklich ein Kleinod entstanden und praktisch ist es noch dazu.

2 Fragen hätte ich allerdings:

 - Wie soll denn das gute Stück am Gürtel befestigt werden?

 - Wie wird der Deckel sicher gehalten, folgen noch Scharniere oder gar eine ausgeklügelte Verschlussmimik?

Beste Grüße, Daniel Walther

Werter Kolege !

Ich Antworte auf die 2. Frage mal zu erst. :)

Der Deckel bzw. der innenteil des Deckels ist Konisch gearbeitet worden. Das nennt sich "Klemm-passung"! Zu meiner schande muß ich gestehen das dieses anfangs nicht geplant war ....es hat sich so ergeben! :) ....Funktioniert aber hervoragend!

 

Zur ersten Frage .... auf der Rückseite (nicht auf den Fotos zu sehen) befindet sich eine Lasche, ähnlich derer auf dem Deckel .... nur etwas flacher ... durch die man den Gürtel steckt!

 

Hochachtungsvoll Vailen

Und noch ein weiteres Kleinod ist fertig ... eine Tragetasche für ein Fernrohr!

 

 

Das Herstellungsprinzip ist ähnlich wie bei der Tasche für das Fernglas ...also:

Zwei Holzdeckel aus Sperholz sägen ;

Viele Lange Holzstreifen aussägen und an einer seite anfahsen ;

alles aneinander Kleben und nach dem Trocknen abschleifen und Beizen ;

das innere mit Schaumstoff und Schwarzem Samt auskleiden;

das Gehäuse mit Klarlack Lackieren (6 Schichten) ;

zwei Messingstreifen zur verzierung anbringen ;

einen kleinen Taschenkompas (Flohmarkt fund) in den Deckel integrieren ;

fertig.

Naja .... bis auf den Trageriemen .... da habe ich noch nicht as passende gefunden ....aber kommt Zeit kommt Flohmarkt! ;)

 

 

 

 

Das Fernrohr war natürlich auch ein Flohmarktfund .... für 15.- Euro erstanden (in einem schlimmen zustand) und wieder aufgearbeitet ( Zerlegt, gereinigt, Messingteile aufpoliert und mit Klarlack versiegelt, Holz abgeschliffen ... neu gebeizt und mit Klarlack versiegelt, Linsen gesäubert und neu Justiert).

Alles in allem ein Wochenend Projekt.

 

Hochachtungsvoll Vailen

 

Sehr schön...ein Holzvituose...Sie bringen mich auf den Geschmack, mal wieder in Holz zu "investieren"

Hochachtungsvoll und Chapeau werter Kollege

Ihr Titus Timeless

Das ist ja wieder ein sehr schönes Stück geworden, die farbliche Zusammenstellung gefällt mir sehr. Diese Methode mit den Holzstreifen werde ich mir für ein anderes Projekt merken, kommt man doch prima ohne Furnierbiegerei und komplizierte Techik aus. Fleiß, Ruhe und Geschick reicht anscheinend vollkommen.

Begeisterte Grüße, Daniel Walther

Hochgeschätzter Herr Vailen

Sie sehen mich beeindruckt. Das sind zwei sehr schöne Stücke geworden. Die Arbeit mit Holz ist halt doch auch etwas wunderbares...

PS: Endlich weiss ich etwas mehr über meinen geliebten alten Feldstecher..;-)

Es grüsst Sie aus den Schweizer Auen

The Chocolatist

Werther Herr Vailen

Es gibt Zufälle, da ist man baff vor Staunen. Vor nicht weniger als sechs Wochen ist mir dieses Kleinod vererbt worden. Mein jüngst verstorbener Schwiegervater hat mir diesen "Miltair-Feldstecher" wie es die Gravur kündet zugedacht, nebst einer Fotografie seines ursprünglichen Eigenthümers, einem Hauptmann der Infanterie; abgelichtet um 1908.

Da ein Etui fehlt, habe ich mit größter Neugier Ihre Entwicklung bestaunt und sicherlich werde ich mir Ihre Konstruktion zum Vorbilde nehmen, so Sie es denn gestatten.

Allzeit gute "Aussichten"  ;-))))

Herzlichst Aeon Junophor

Werter Herr Junophor....

 

Nacharmung Erwünscht!

Das ist ein sehr schönes Stück das sie dort haben. Ich kann bestätigen das es sich bei ihrem Fernglas um das eines Offiziers handelt. Diese Gläser wurden vor Kriegsbeginn (WK1) nur an Offiziere und U-Boot fahrer ausgegeben. Unteroffiziere bekamen nur die kleinen wie auf meinen Bildern zu sehen.

Das Glas scheint noch im tadelosem zustand zu sein und hat somit schon einen beträchtlichen Wert.

Tipp: Das Leder am Griff "nicht" mit Lederpflegemittel behandeln. Da dieses gut 100 Jahre alt ist, kann es sonst passieren das daß Leder aufquillt und sich ablöst. Nur mit einem Lappen und Seifenwasser reinigen! Das ist sicherlich mühseliger aber schont das Material.

 

Hochachtungsvoll Vailen

Werther Herr Kollege Vailen

Haben Sie vielen Dank für die pflegenden Hinweise. Ich werde sie zu befolgen wissen!!

Wenn die Zeit es zulässt geht es an das Etui, ich habe da zufällig  Zugriff auf ein paar sehr "spanende" Leisten und Holzprofile, da ich wie sie ja sicherlich durch unseren gemeinsamen Freund in unserer Runde wissen, dereinst in der Jugend zunftgemäß und wie es der Brauch verlangt die freie und ehrbare Gesellenschaft des Tischler-Handwerkes erworben habe....

Herzlichst hobelnd grüßt

Aeon Junophor

Geschätzter Kollege,

eine interessante Technik haben Sie da entwickelt um hölzerne Rundungen herzustellen. Erstmalig angewandt bei Ihrem Super-Perforator, richtig?

Die zweite von Ihnen gezeigte Fernrohrbox gefällt mir noch etwas besser als die erste; vielleicht liegt das daran, dass sie mich an einen isolierten Dampfkessel erinnert.

Es ist immer wieder schön, Neuigkeiten aus Ihrer Werkstatt zu sehen.

Beste Grüße

Remington Brass

Hochgeschätzter Herr Vailen,

das sind wirklich wunderschöne Arbeiten. Vor allem der Köcher für ihr Fernrohr ist wunderbar gestaltet, mit dem Messingkettchen und dem Kompass im Deckel. Einfach ein phantastischer Anblick.

Gestatten Sie mir aber bitte die Frage, mit welchen Mitteln Sie das Holz behandeln? Welche Beize und welchen Klarlack benutzen Sie, um diesen wunderbaren Tiefenglanz zu erzeugen und wo kann man die Mittel beziehen? Verbindlichsten Dank im Voraus für die Antwort!

Hochachtungsvoll

L. Springer-Jugenstahl

Werter Herr Springer - Jugenstahl,

Nun ...die Beize ist normale Holzbeize (mahagoni) von OBI ...und der Klarlack ist normaler Lack aus der Sparydose (Acryl - Nitrobasis). Ich nehme bewust den etwas teureren Klarlack (für rund 11 Euro die große Dose) da es sich gezeigt hat das dieser viel besser deckt und schneller Trocknet als der Billige, oder der auf Wasserbasis.

 

Zum Arbeitsablauf:

Holzleisten verkleben ....aber anschließend nicht warten bis der Holzleim trocken ist, sondern schon im vorfelde die erste schicht Beize auftragen.

Das hat den Efeckt ... das der Holzkleber ebenfals die Farbe der Beize annimmt und somit zwischen den einzelnen Leisten nicht mehr zu sehen ist (das Kaschiert kleine Unsauberkeiten im Arbeitsablauf). :)

Nun im Gebeizten zustand einmal komplett durchtrocknen lassen.

Am nächsten Tag mit dem Groben schleifen beginnen (vorab mit dem Dremel ...dann von Hand  erst 40er Papier dann 80er ,120er). Dabei auf lunken und Risse achten.

Solten Risse und Lunken zu sehen sein, diese einfach mit Holzleim füllen und das ganze nochmals über beitzen.

So die grobe Form steht!

Jetzt ein letztes mal Beizen ( evtl auch zweimal ...jenach dem wie dunkel es werden soll).

Nun kommt die erste schicht Klarlack. Nach dem Lackieren der ersten Schicht lassen sie das ganze gut 3 Stunden durch härten. Das soll dem Holz die gelegenheit geben sich richtig voll zu saugen.

Nach besagten 3 Stunden die zweite schicht.....und wieder 3 Stunden warten.

Wundern sie sich nicht darüber das sie noch kaum glanz sehen ... das Holz saugt ne menge auf.

Nach dieser 2. Schicht Klarlack kommen die Unebenheiten der Oberfläche gut zum vorschein. Jetzt heist es wieder Schmirgeln. Vorsichtig die Oberfäche mit 120er schmirgel abziehen , ohne von der Gebeizten Oberfläche zu viel ab zu tragen.

Wenn sie im anschluß mit der Hand über das Werkstück fahren solte es sich halbwegs Glatt anfühlen.

Wenn alles gut aussieht ...und sich auch so anfühlt, können sie die nächsten 3 Schichten Klarlack auftragen (im abstand von ca. 1 - 1,5 Stunden).

 

Nun solte das Ergebniß schon recht ansehlich sein. Aber das bleibt nicht so! Der Klarlack trocknet nach .... und zwar über die nächsten 2 Tage. Das heist er zieht weiter ins Holz ein und die Oberfläche bekommt die Struktur der Holzes.

Das heist Nachlackieren! 1 - 2 mal nach besagten 2 Tagen solten reichen um ewigen glanz zu bewaren.

Verwendete Materiealien:

AQUA CLOU Holzbeize 2529 Mahagonie (Obi Markt)

Genius Pro Buntsprühlack Hochglänzend (Obi Markt) bzw. Motip Clear Varnish Klarlack (Autozubehör Handel) beide auf Acryl Basis!

Warum ich keine Wasserlacke verwende?

Nun .... ganz ehrlich .... weil sie für Holz einfach "Mist" sind. Diese Lacke brauchen eine ewigkeit um zu trocknen .... und einige vertragen sich nicht besonders gut mit dem Holzleim. Es kann passieren das ein fertig Lackiertes stück nach mehreren Tagen trocknungszeit immer noch so empfindlich ist, das daß bloße in die Hand nehmen schon Fingerabdrücke im Klarlack hinterläst.

Umweltbewustsein hinn oder her....in diesem Fall ist Acryl Klarlack einfach die bessere wahl.

 

Nachdem nun soweit alles getrocknet ist können sie in ruhe die Verzirungen und Beschäge anbringen.

Tipp: wenn sie Messingbeschläge verwenden empfehle ich diese auch mit Klarlack zu überziehen .... es sei denn sie lieben es ihre Sachen einmal im Monat polieren zu müssen! ;)

 

Hochachtungsvoll Vailen

 

 

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