Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Verehrte Mitreisende,

im Jahre 1924 hatte die Firma Siemens und Halske aus Berlin die geniale Idee für ein modulares Radiokonzept. Je nach Gusto und Geldbeutel konnte der geneigte Radiohörer, angefangen vom Grundgerät, Hochfrequenz-, Niederfrequenz und Antennenerweiterungen kaufen. Das ging bis zu einem hoch empfindlichen Überseeempfänger mit mehrfachem Kopfhörer und sogar Lautsprecherempfang.

Quelle: Direktlink aus WIKIPEDIA, Original: radiomuseum.org

Das Revolutionäre des Gerätes war nicht allein die Modularität, sondern ein Bus - System, das alle Signale von einem Modul zum anderen leitete.

Dieses System habe ich aufgegriffen und frei nach dem Motto: "Was wäre wenn...?" einen D- Zug nachempfunden. Von der Stilrichtung würde ich sagen, der Übergang vom Steam- zum Dieselpunk ;-).

Man beginnt mit dem Grundgerät:

Alle Signale und Spannungen sind nach außen geführt.

Links, von oben nach unten:

NF - rechts

NF - links

+5 V (Für das linke Messgerät)

Digitalmasse

+24 V (Für die Endstufen)

Analogmasse

Rechts, von oben nach unten:

USB +5V (Speisung USB - System)

USB ++ (USB Signalleitung ++)

USB -- (USB Signalleitung --)

NF - rechts

NF - links

+12 V (Für VU - Meter)

Digitalmasse

+24 V (Für die Endstufen)

Analogmasse

Die Masse für das Digitalsystem und die Masse für den Verstärker, den analogen Teil des USB Digital- / Analogwandler und VU - Meters, sind getrennt geführt, da so ein unschönes Pfeifen des Computers verhindert wird.

Im Gerät "wütet" ein Raspberry Pi. Hier befinden sich auch die Netzteile für die Spannungen 24, 12 und 5 V.

Ein 128 GByte USB - Speicher sorgt für genügend Musik. Außerdem empfängt das Gerät Internetradio und kann  mit Spotify verbunden werden.

Als Betriebssystem wird VOLUMIO 2 eingesetzt.

Über den Kopfhörerausgang des Raspberry, ist auch schon eine begrenzter Hörgenuss möglich. Ganz wie beim Original.

Der Wandler:

Möchte man etwas mehr Komfort und Klang, wird die erste Erweiterung angebaut.

Hier hat man dann einen sehr guten Digital / Analogwandler der oberen Mittelklasse und ein VU - Meter für die Aussteuerung.

Auch hier ist ein Kopfhörerausgang vorhanden, der nun mit wirklich sehr guter Qualität.

Die Anzeigeeinheit

Diese Einheit dient der Anzeige der Spannungen 5V und 24V. Drückt man auf den Knopf für den Messbereich 120V, wird die 24V Spannung angezeigt.

Eigentlich sollte hier die Speichererweiterung untergebracht werden, allerdings ließ sich der USB - Speicher nicht zur Mitarbeit überreden. Daher auch die 3 Blindschrauben.

In Kombination sieht das Ganze dann so aus:

Die Lautsprecher:

Möchte man einen Salon beschallen, so können die Aktivlautsprecher zugeschaltet werden.

Im Inneren werkelt ein 35Watt Klasse D Digitalverstärker. Die Lautsprecher sind Breitbandsysteme mit Metallmembran.

Bedient wird das ganze über einen berührungsempfindlichen Bildschirm, der direkt mit dem Raspberry Pi 3 verbunden ist.

Zum Abschluss noch einen Blick in das Innenleben der Lautsprecher:

Klasse D-Verstärker, Poti und Pufferkondensator.

Verbunden werden die Geräte mit Drahtbrücken. Da Kupferdraht zu "labberig" war, habe ich Autogen Schweißdrähte benutzt. Selbige sind verkupfert und lassen sich sehr gut löten.

Damit die Abstände der Kabelschuhe gleichmäßig werden, habe ich mir eine kleine Vorrichtung gebaut.

Die Frontplatten sind aus Hart PVC, welches im Zuschnitt über das Internet zu haben ist.

Im Original wurde Hartgummi verwandt, selbiges habe ich aber nicht bekommen können.

Ihnen ein schönes Wochenende.

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Tags: D-Zug, Dieselpunk, Horatius Steam, MP3

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Antworten auf diese Diskussion

Werter Herr Kollege Steam,

Ihr "D-Zug" gefällt mir so richtig, richtig gut! Das damals offenbar revolutionäre Modul-Konzept von Siemens & Halske zu adaptieren und mittels moderner Technik neu zu beleben halte ich für eine wunderbare Idee, und deren praktische Umsetzung ist Ihnen wirklich vorbildlich gelungen.

Schade nur, dass die modernen Poti-Knöpfe nicht mehr über diese gigantischen Skalenringe ihrer Vorläufermodelle verfügen; so wirken sie auf den Lautsprecher-Frontflächen ein wenig zu mickrig und etwas "verloren". Aber bitte verstehen Sie dass jetzt nicht falsch - es ist nur "herumkritteln auf höchstem Niveau" und soll Ihre erstklassige Konstruktion in keinster Weise herabwürdigen.

Und dass mir Ihre pfiffige Löt-Vorrichtung ein fettes, zustimmendes Grinsen in die Wangen zauberte, dass bedarf doch wohl eigentlich auch keiner Erwähnung, oder?

Mit gezogenem Hute und tiefer Verbeugung grüßt

Remington Brass

Sehr geehrter Herr Brass, werter Kollege,

danke für Ihr Lob und Anerkennung. Ich gebe Ihnen unumwunden Recht, was die Poti Knöpfe anbelangt.

Leider sind die tollen, großen Knöpfe nicht mehr zu bekommen. Manchmal findet man Abgüsse von Originalen aber leider immer nur mit 180 Grad Skala für Drehkondensatoren.

Kollegiale Grüße,

Horatius Steam

Werter Herr Steam

Da lachen ja das Auge und das Ohr um die Wette ;-)

Sehr schöne, nostalgische Arbeit mit Mix-Komponenten.

Ein echtes Leckerchen. Danke auch für die detaillierten Beschreibungen & Bilder.

Bin auf Weiteres gespannt.

Liebe Grüße

S.M.Bilcock

Sehr geehrter Herr Horatius Steam,

ich bin immer wieder erstaunt über Ihre tollen Umsetzungen nach dem Motto "was wäre wenn".
Genial finde ich die Klemmverbindung mit dem Modularen Aufbau - Heute wie Damals. 
Bei den nicht vorhandenen Knöpfen gibt es ja vielleicht einen fleißigen 3D Zeichner, welcher uns diesen großen Drehknopf als Vorlage bereitstellt. Ich bin da leider etwas unbegabt in diesen CAD- Anwendungen. Elektronen liegen mir näher :) 

Besonders verwundert mich die Geschwindigkeit Ihrer Umsetzungen, respektive mit welchem Elan Sie Ihre Themen angehen. Da hab ich gerade angefangen zu denken " .. man könnte ja mal .."  und bei Ihnen purzeln die Teile nur so raus.
Hoffe noch viele Anregungen und Ideen von Ihnen und den Mitreisenden hier zu sehen.

Hochachtungsvoll
Ing. Duerr

Hochverehrter Herr Kollege Horatius Steam, lieber Freund und OB!

Zu seiner Zeit war der "D-Zug" bekanntlich ein Synonym für den Rausch unglaublicher Geschwindigkeit und Fortschritt an sich, was ja auch heute noch in so manchem Aphorismus fortlebt. Auch wenn wir in diesem Zeitalter längst das Maß der menschlich nachvollziehbaren Geschwindigkeiten überschritten haben, so war und ist es dank Ihrer neuen Interpretation ein Meilenstein der Radiotechnik, seiner Zeit dann wieder um Längen voraus.

-Gedanklicher Einschub: Wie komme ich jetzt aus dieser unbestimmt metrischen Nummer nur wieder maßvoll heraus? -

Nun denn: Mit größtem Vergnügen bin ich Ihrer Beschreibung von Waggon zu Waggon gefolgt, staunend und mit immer größer werdenden Augen!

Was für eine wundervolle Komposition! Wenn Sie es in den entsprechenden Fachblättern zusätzlich publizieren würden, man würde Ihnen die Bude einrennen - und dass zurecht!

Ich kann es kaum erwarten, diesem traumhaften Ensemble zu begegnen und auch einmal in voller Funktion zu erleben.

Chapeau für dieses wundervolle und in Rekordgeschwindigkeit (sic! werther Herr Kollege Duerr) fabrizierte Kleinod der Radiotechnik!!!

Mit begeistertem Gruße

verbleibt

Ihr Aeon Junophor

Werter Herr Horatius Steam, lieber Freund,

da ist Ihnen aber ein Objekt gelungen, das mir ausgesprochen gut gefällt.

Egal zu welcher Stilrichtung man es zuordnen möchte, die Tatsache ist, es hat einfach Stil.

Mir gefallen ganz besonders die offenen Anschlüsse und die Kombination

von Schwarz und Messing. Vielleicht lohnt es sich ( nur so eine Idee ) deswegen die Klemmen ganz aus Messing herzustellen.

Einen entsprechend starken Draht könnte ich Ihnen zukommen lassen. 

Ich freue mich auch, diese Arbeit mal zu sehen 

Hochachtungsvoll

Ihr

Engineer D.N. Mac Leod I

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