Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Hochgeschätzte Mitreisende

Haben Sie sich auch schon ab dem kalten und technischen Licht der modernen LED-Bildschirme gestört gefühlt? Nachdem ich an meiner letzten Ausstellungen auch wieder Bemerkungen zu diesem Thema vernommen habe kam mir eine Idee. Eigentlich könnte man ja einen defekten alten TFT entsprechend umbauen, das Hintergrundlicht mit der zugehörigen Elektronik entsorgen und nur die LCD-Glasscheibe mit der Steuerelektronik behalten. Danach das ganze mittels wunderbaren antiken echten Kohlefadenlampen von hinten beleuchten...

Nun, kurz darauf fand ich einen defekten alten SAMSUNG Synymaster und hatte das Glück, dass nur das Netzteil und die Hochspannungsplatine für die Beleuchtung defekt waren. Also wurde die Idee kurzerhand innert einigen Tagen umgesetzt.

Ich erlaube mir Ihnen den "Kohlefaden-Kristall Kinematographen" zu präsentieren.



Im nachfolgenden Video erkennen Sie ab Sekunde 20 die Idee hinter dieser Erfindung:



Nachfolgend noch einige Bilder zum Bau des Kinematographen:

Der defekte SAMSUNG Monitor wird komplett zerlegt. Vorsicht mit den Folien-Verbindungen zur LCD-Glasscheibe, die sind recht empfindlich.


Wie bereits erwähnt wurde nur die Steuerplatine weiterverwendet. Diese wird mittels 12 Volt und rund 1,5 Ah betrieben. Dazu gehört die kleine Button-Leiste, um den Bildschirm zu kalibrieren und zu bedienen.


Die zerbrechliche Glasscheibe wurde fein in Holz eingefasst. Ich wollte die "dünne" Optik beibehalten und wählte deshalb diesen Weg.



Als Sockelbasis verwendete ich das Gehäuse eines antiken Foto-Verschlusses, abgedeckt mit alten Holzdeckeln antiker Uhren. Der Messinglampenfuss montierte ich an einen Uhrengong-Sockel und verschraubte diesen mit der Basis.



Der vordere Gehäuseabschluss besteht aus einem Weberschiffchen und zwei alten Messingcliches aus der Druckerei. Danach wurden die Lampen verkabelt und die Steuerplatine im Verschlussgehäuse platziert. Die verwendeten Kohlefadenlampen sind echte "Originale" aus einer vergangenen Zeit.

Meine Kids sind vom Resultat begeistert und genossen bereits den ersten Chaplin-Film auf der neuen Erfindung.


Ich sende Ihnen herzliche Grüsse aus meinem Laboratorium.

Ihr Dan Aetherman  a.k.a.  The Chocolatist

Tags: aetherman, bildschirm, monitor, screen, steampunk, tv

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Antworten auf diese Diskussion

Liebe Lady Anna, hochgeschätzter Freund Winterberger

Mit vielen neuen Ideen und Inspirationen bin ich wieder in mein kleines Laboratorium zurückgekehrt und habe wieder guten Aetherwellenempfang.

Ganz herzlichen Dank für Ihre freundlichen Worte. METROPOLIS ist ein MUSS - ich habe mir den Film bereits von archive.org heruntergeladen und freue mich dieses Meisterwerk wieder einmal zu sehen...

Herzlichst     Dan

Verehrter Herr Aetherman,

Sie machen den Eidgenossen alle Ehre.

Da fällt mir doch glatt mein eigenes, fast vergessenes Projekt ein. Ich hoffe ich komme bald dazu es fertig zu stellen.

Ihr Oheim v.V.

Hochgeschätzter Dan Aetherman

Doppelspaltexperiment war gestern - jetz kommt das Doppellampenkino!

Für dieses Fantasievolle und -anregende Stück Filmtechnik gehört Ihnen mal wieder ein messingenes Kränzchen gewindet! Das ist eine einmalige Sache, so wie ich das sehe, frisch, witzig, stilvoll und wunderhübsch. Chapeau!

Verzeihen Sie einem technisch minderbemittelten Banausen: Wie genau werden die Bilder sichtbar gemacht? Ist es so, dass die Lampen jeweils die hellen (=durchlässigen?) Bereiche durchleuchten, welche durch die elektronischen Komponenten auf dem Bildschirm in ihrer genauen und wechselnden Position definiert werden?

Mit Verneigung und besten Grüssen -

Ihr Freund Nathan Kinderling

Hochgeschätzter Herr Oheim v.V., werter Freund Nathan Kinderling.

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Zeilen und Ihre lobenden Worte. Sind es doch gerade diese Worte, welche uns Erfinder und Forscher immer wieder zu Höchstleistungen animieren.

Geschätzter Herr Oheim v.V., ich bin gespannt wie ein Fitzebogen! Was führen Sie wohl wieder im Schilde? Vergessene Projekte sind immer überaus spannend, bergen sie doch meist ganz besondere Geheimnisse.

Lieber Freund Nathan Kinderling, es ist genau so, wie Sie es beschreiben: Die „durchlässigen“ Stellen lassen das Licht der Kohlefadenlampen durchscheinen und erzeigen helle Bereiche auf der „Kinoleinwand“, sprich der LCD-Glasscheibe. Das Licht wird zusätzlich zwischen Lichtquelle und Scheibe mittels Streufolien nochmals gebrochen, um eine möglichst gleichmässige Ausleuchtung zu erhalten. Der Kinematograph kann auch ganz normal an einem PC angeschlossen werden und ist in der Lage Farbbilder mit bis zu 32bit Farbtiefe wiederzugeben.

Doch „Schwarz-Weiss“ passt halt einfach am besten zu unserem Leben.

Herzlichst    Ihr Dan Aetherman

Werter Hr. Aetherman,

eine geniale Idee und sehr schön umgesetzt! Da bedauere ich direkt dass ich vor einiger Zeit einen alten Monitor, der den gleichen Schaden hatte (Beleuchtung defekt, Bild aber grundsätzlich noch da), nach einem erfolglosen Reparaturversuch einfach entsorgt habe...

Lucian Ator

Hochgeschätzter Herr Lucian Ator

Herzlichen Dank für Ihre Zeilen. Viele der entsorgten Monitore haben tatsächlich ein Problem mit der Beleuchtung. Die Hochspannungsmodule sind meist der Auslöser. Ich bin mir sicher, Sie werden wieder ein passendes Exemplar retten können und ich freue mich schon jetzt auf Ihre Ideen!

Ich sende Ihnen freundliche Grüsse aus meinem Laboratorium.

Ihr Dan Aetherman

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