Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

In dunklen Ecken kriecht er, glotzt und glupscht, dass es einem Angst und Bange werden kann.

Wie diese Kreatur entstanden ist, kann niemand so genau sagen. Hier wurde sie eingefangen und fristet nun ihr Dasein in einem Schrein. Sichere Riegel verhindern das Entkommen.

Wie ist dieses Artefakt nun entstanden?

Die Idee kam eigentlich von Frau von Ungefähr, die in Ihrem Outfit so ein Ungetüm (allerdings in Handygröße) integriert hatte.

Mir war das Ganze zu klein und ich wollte ein Artefakt, welches irgendwo in der Ecke stehen kann.

Das Auge selbst und noch einige andere Augen mehr, gibt es auf Digital Dudz.

Dort gibt es auch Kostüme, in die man sein Handy mit dieser App stecken kann. Leider gibt es diese Augen nicht als Film, sondern eben nur als App.

AAAAber....

Es gibt Apps, die den Bildschirm eines Handys aufnehmen und das dann als Videodatei speichern. Mittels einer solchen App : KLICK habe ich dann ein paar Minuten aufgenommen und über Dropbox auf meinen Rechner transferiert.

Dort wurde das Video auf 1024 x 768 Pixel skaliert und das Auge auf 760 Pixel, zentriert vergrößert.

Zufällig fand ich eine Lünette, die exakt den Durchmesser, wie die Höhe eines kleinen TFT - Monitors hatte. Nämlich ca. 12 cm.

Als Medienspieler sollte ein Raspberry Pi Zero W eingesetzt werden. Ein "normaler Pi täte es auch ;-)

Als Betriebssystem wird das bekannte Raspian light benutzt, welches mittels der Software Video Looper als Medienspieler aufgepeppt wurde. Die Installation geht gewohnt einfach und sollte auch für einen nicht "Raspberry Pi affinenen" Mitreisenden kein Problem sein.

Zur Installation schreibt man das Betriebssystem auf die Micro SD Karte. (Wie steht auf der Raspberry Homepage) und verbindet Monitor / Fernseher Tastatur und Maus mit dem Raspberry Pi. Damit man sich nicht mit WLAN etc. herumquälen muss, kopiert man VOR dem ersten Start eine Textdatei mit dem Namen: wpa_supplicant.conf mit folgendem Inhalt auf die oberste Ebene der SD Karte.

network={
ssid="name des WLAN"
psk="passwort"
scan_ssid=1
}

SSID und Passwort bitte anpassen....

Dadurch verbindet sich das Computerchen automatisch mit Ihrem WLAN.

Danach kann dann mit der Installation des Video Loopers begonnen werden. Selbiger Vorgang benötigt nämlich eine Internetverbindung.

Im Inneren des Gehäuses sieht es folgendermaßen aus:

 Blau, der Raspberry mit dem USB Stick, auf dem sich das Video befindet.

Gelb, die TFT Elektronik

Rot, der Spannungswandler, welcher die 12V für das TFT auf die 5V für den Raspberry Pi umsetzt.

Grün, ein kleines Meßgerät, welches die Ausgangsspannung des Wandlers anzeigt.

Durch die Lünette entsteht ein Bullaugeneffekt.

Es lassen sich beliebige Videos abspielen. Erstaunlicherweise, stört das runde Bullauge und die damit verbundenen Beschneidung der Videos am Rand, nur sehr wenig. Die Haupthandlung spielt sich ja fast immer im Zentrum des Bildes ab. Der Effekt ist sehr reizvoll.

Im Boden befinden sich der Hauptschalter, vier LEDs für "magische" Beleuchtung und ein Taster, der den Raspberry Pi kontrolliert herunter fährt. LINUX, sie wissen schon....

Im Halbdunkel entsteht fast ein 3D Effekt durch das gewölbte Glas....

Ihnen noch eine vergnügliche Weiterreise und schauen Sie unter Ihre Koje, wer weiß, was da so haust ;-)

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Tags: Auge, Kriechendes, Pi, Raspberry

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Antworten auf diese Diskussion

Sehr geehrter Herr Steam

Sehr schöne Arbeit incl. einer schönen Beschreibung des Projektes.

Man muss jetzt immer eine Auge im Schiff offen halten.

Mfg

Cyril von Delirus

Geschätzter Freund Horatius,

so ist es also endlich gelungen, das einzufangen, was uns immer so heimlich beobachtet hat. Herzlichen Glückwunsch! Und herzlichen Dank für die tolle Anleitung - wenn da nur nicht wieder so viel Elektronik dran wäre. :-) Ich werde also noch ein Weilchen mit den Glupschen in meiner Werkstatt leben müssen - und wie ehedem Mausefallen, äh Glupschfallen aufstellen.

Grüße aus dem Schwarzwald

Erhard von Umtrieb

*** Vorsprung durch Mechanik ***

Sehr geehrter Herr Steam,

ich bin immer wieder erstaunt was Sie in einen solch kleinen Kasten unterbringen.
Die Idee den Glupsch einzufangen und damit die Kabine zu säubern ist ein erfreulicher Nebeneffekt Ihrer Arbeit. Hoffe die Spannung bleibt immer erhalten damit der Glupsch in der Kiste bleibt.
Bezüglich dem Raspberry hätte ich noch eine Frage.
Ist es möglich den Rasperry bei "Stromausfall" - Ausfall der 12V - über eine kleine UPS gezielt herunter zu fahren ?

Hochachtungsvoll

Ing. Duerr

Sehr geehrter Herr Duerr,

zuerst sollten Sie den Pi über einen AKKU Pack versorgen.

Aus dem Spannungswandler gehen dann die 5V an die Ladebuchse.

Mit den 12V versorgen Sie ein Relais, so dass es angezogen ist, wenn die 12V anliegen.

Fällt nun die 12V Versorgung aus, so schließt sich ein Kontakt.

Damit hätte Sie dann schon einmal eine Detektion der Spannung.

Den Pi fahren Sie mit einem kleinen Script herunter:

Vorher sollten Sie Pyton installieren. Alle folgenden Kommandos im Terminal, bei bestehender Internetverbindung ausführen:

Notwendige Programme und Bibliotheken installieren:

sudo apt-get install pyton

sudo apt-get install python-rpi.gpio

Editor aufrufen:

sudo nano shutdown_pi.py

Folgenden Code einfügen:

#!/bin/python
# Simple script for shutting down the raspberry Pi at the press of a button.

#gpio 18

# by Inderpreet Singh

import RPi.GPIO as GPIO
import time
import os

# Use the Broadcom SOC Pin numbers
# Setup the Pin with Internal pullups enabled and PIN in reading mode.
GPIO.setmode(GPIO.BCM)
GPIO.setup(18, GPIO.IN, pull_up_down = GPIO.PUD_UP)

# Our function on what to do when the button is pressed
def Shutdown(channel):
os.system("sudo shutdown -h now")

# Add our function to execute when the button pressed event happens
GPIO.add_event_detect(18, GPIO.FALLING, callback = Shutdown, bouncetime = 2000)

# Now wait!
while 1:
time.sleep(1)

Dann speichern

Und den Script startbar machen

sudo nano /etc/rc.local sudo python /home/pi/shutdown_pi.py &

Den Relaiskontakt nun mit den GPIO Pin gegen Masse schalten lassen.

Voilá....

Hochachtungsvoll,

H. Steam

Siehe auch hier:

https://www.hackster.io/glowascii/raspberry-pi-shutdown-restart-but...

Sehr geehrter Herr Steam,

recht herzlichen Dank für die erhellenden Worte und die recht ausführliche Unterweisung.


Hochachtungsvoll

Ing. Duerr

Sehr geehrter Herr Steam,

Dieses Mal haben Sie mit einer Skulptur überrascht, die für mich den Protest gegen die allumfassende Überwachung darstellt.Sie stellen den unsichtbaren Glupsch sichtbar und furchterregend zur Schau. Die Iris des Auges, die auf das Geschehen fokussiert und die roten Adern, die alle empfangenen Informationen ins Innere transportieren.

Ich hoffe, dieses Artefakt mit seinem optischen Effekt bald in Natura sehen zu können.

Mit Hochachtung für dieses Werk der digitalen Alchemie,

Kapitän Darius Cumulus

Werter Herr Steam,

Beeindruckend schön.

Hätte sich in George Orwells 1984 bestimmt auch gut gemacht.

Hans de Donkere van Stoom

Wenn sich der Glubsch jetzt mit Dr Brain und Alexa zusammentut - dann haban Sie einen Hybriden bei sich wohnen...

Komische Vorstellung....

Ihr T.

Ich wollte ihn schon den großen de Maizière nennen. *hüstel*

Teleman von Phone sagt:

Wenn sich der Glubsch jetzt mit Dr Brain und Alexa zusammentut - dann haban Sie einen Hybriden bei sich wohnen...

Komische Vorstellung....

Ihr T.

Verehrtester Horatius,

meine vorzüglichste Hochachtung für dies, wie von Dir gewohnt, wieder sehr gelungene Werk. Das Tüpfelchen ist für mich der dem Objekt innewohnende philosophische Aspekt - man könnte sich beobachtet fühlen, frei der eigenen Souveränität folgend, dem Glubsch vorsetzen was er sehen soll, ihn vielleicht nur die nackte Wand beglubschen lassen und wenn er nichts mehr sehen soll, einfach ausknipsen...

Apropos „der große de Maisière“: „Die Maaßlose Anetta aus Ost-Schwesig“ hätte auch gut gepasst *laut hüstel* 

freundlichst

Christianius

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