Rauchersalon

Forum für Steampunk, Dieselpunk und Neo-Victorian

Verehrte Mitreisende!

Ich habe vor einiger Zeit von meinem Großvater ein Paar Quarzkopfhörer geschenkt bekommen, die auch noch funktionsfähig sind, wie ein kurzer improvisierter Anschluss an meine Stereoanlage bewieß. Anzumerken ist, dass ich selbige auf volle Lautstärke aufdrehen musste, und das Hörerlebnis dennoch recht leise ausfiel. Eine Recherche ergab, dass die Quarze höhere Spannungen benötigen um zu schwingen. Nun möchte ich einen Verstärker erdenken, den ich zwischen die Köpfhörer und eine Audioquelle (MP3-Player oder meinen Armcomputer ) schalten kann, um den Klang und die Funktion der Kopfhörer zu erhalten.
Ich muss jedoch gestehen hinsichtlich Audiotechnik wenig Erfahrung zu haben, und erbitte mir hiermit Ratschläge zum Projekt. Vielleicht hat ja der ein oder andere schon Erfahrung mit Quarzkopfhörern gemacht?

Es grüßt herzlichst

Der Admiral,

Mitglied der Ætas Ætheria nova

Tags: Admiral, Der, Quarzkopfhörer, nova, Ætas, Ætheria

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Verehrter Herr Admiral,

hier kann ich Ihnen gern weiterhelfen. Verfügen Sie über Angaben zur Impedanz der Hörmuscheln? Im einfachsten Fall besteht die Schaltung aus jeweils einem passiven Übertrager pro Kanal. Ich würde eine entsprechende Skizze für Sie anfertigen, einschließlich Bezugsquelle (z.B. das große C).

Mit den besten Grüßen aus dem Norden!

Peregrinus E.

Verehrter Herr Admiral,

zugegebenermaßen bin ich auf den Kopfhörer Ihres Großvaters doch ein wenig neugierig. Sollte es sich gar um jenes legendäre Teil aus dem militärischen Bereich handeln?

Diese Kristall-/Piezo- oder wie auch immer bezeichneten Hörer weisen gewöhnlich Impedanzen von mehreren 10kOhm auf. Passende Übertrager, um die Hörer an eine niederohmige Quelle anzukoppeln, finden Sie z.B. hier.

Einem Hörer, wie eingangs erwähnt, sollte allerdings etwas mehr Zuwendung bei der Anpassung zuteil werden.

Hochachtungsvoll,

Peregrinus E.

Verehrter Herr Peregrinus,

ich freue mich über Ihr Interesse, und nehme Ihre Hilfe dankend an!
Leider habe ich keinerlei Informationen über die Impedanz. Der Kopfhörer ist von Neufeldt & Kuhnke, vergleichbare im Æthernetz auffindbare Geräte haben eine Prägung auf der Hörmuschel: "2000Ohm".
Militärisch wurde "mein" Kopfhörer nie benutzt, er war Bestandteil eines Richter Radios. Selbiges habe ich bereits mit Herrn Julius Ætherwing versucht wieder in Betrieb zu nehmen, leider erfolglos.
Anbei findet sich hoffentlich eine Photographie des Kopfhörers.


Es grüßt herzlichst

Der Admiral,

Mitglied der Ætas Ætheria nova

Verehrter Herr Admiral,

da haben Sie einen elektrodynamischen Kopfhörer aus der guten alten "Detektorzeit". Wenn Sie vorsichtig die Hörmuschel abschrauben, finden sie zuerst die Metallmembran (Vorsicht!!!), dahinter dann einen kleinen Hufeisen-Elektromagneten. Beide Systeme wurden damals üblicherweise parallel geschaltet, da Stereo noch nicht erfunden war. Die Hörer liefern einen wunderbaren Retro-Sound. Mit einem Übertrager (siehe Link in der vorherigen Antwort) läßt sich die Anpassung realisieren. Stereo ginge auch; das würde eine Neuverdrahtung beider Hörmuscheln bedeuten. Wenn Sie das Experiment gemeinsam mit mir wagen möchten, erwerben Sie einen oder zwei dieser Übertrager.

Es wäre mir ein Vergnügen!

Peregrinus E.

Guten Morgen,

mich macht jetzt das Richter Radio neugierig.

Können Sie davon evtl. auch ein Bild senden?

Wenn es sich um einen Detektor oder einen so genannten Einkreiser handelt, dann liegt die fehlende Funktion evtl. daran, dass die lokalen MW Sender, die mit dem Radio empfangen wurden ja abgeschaltet sind. Dann wäre nur noch Fernempfang mittels Erdleitung und Hoch- oder Rahmenantenne möglich.

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Schönen guten Tag

Herr Horatius Steam, Sie haben vollkommen Recht damit, dass die fehlenden MW Sender die Funktion des schönen Detektorradios zunichte machen. Zu schade, dass sie abgeschaltet wurden.

Was allerdings die Kopfhörer angeht - ich bin was Elektronik angeht nicht allzu sehr bewandert, aber könnte man nicht einen einfachen Transistorverstärker basteln? Das sollte doch eigentlich auch funktionieren, oder? Um auf die gleiche Leistung zu kommen, müsste man dann nur die Spannung hinreichend erhöhen... Was ist eigentlich die Spannung, die aus den Kopfhörerbuchsen kommt? Ich glaube, ich statte demnächst mal einem Oszilloskop einen Besuch ab.

Aber sonst würde der Trafo, den Peregrinus vorgeschlagen hat bestimmt auch funktionieren. Oder aber man kombiniert beides?
* Verschwindet im Geiste in der Werkstatt und bastelt an einer Schaltung herum... *

Viele Grüße,

Julius Ætherwing

Guten Morgen,

ein Transistorverstärker würde gehen. Aber wie wäre es bei dem tollen Kopfhörer mit eine Röhrenverstärker mit ECC86. Die Teile sind gerade richtig teuer geworden (ca. 15.- das Stück) aber evtl. liegt ja noch eine in einer Bastelkiste.

Aber man spart sich den Trafo.

Herr Kainka hat eine tolle Schaltung entwickelt, die mit 6 Volt Anodenspannung auskommt!

Schauen Sie mal hier: KLICK

Quelle: Kainka (Originalbild verlinkt)

Lassen Sie die Rückkopplung mit Taster weg und schalten Sie ein 10KOhm Poti in den Eingang.

Hochachtungsvoll,

H. Steam

Guten Abend die Herren,

die Diskussion nimmt Fahrt auf. Allerbest! Ein Röhrenverstärker wäre in der Tat sehr passend zu diesem alten Hörer. Eine wunderbare Idee, Herr Steam. Leider sind ECC86 und die russischen Äquivalente 6N27P nur zu astronomischen Preisen zu bekommen. Schade eigentlich, eine interessante Niederspannungsröhre. Jedoch ließe sich mit anderen Röhren auch etwas zaubern.

Hochachtungsvoll!

Peregrinus E.

Nachtrag: Alle Bauelemente, bis auf die Röhre, könnte ich zur Verfügung stellen. Röhren finden sich in der Elektrobucht.

Guten Tag zusammen,

die Idee mit dem Röhrenverstärker ist wirklich genial! Jedoch sollte man bedenken, dass allein durch den Glühdraht ein relativ hoher Stromverbrauch von - laut Datenblatt - immerhin 330mA pro Röhre entsteht. Wenn das ganze portabel sein soll, muss man auf jeden Fall einige Erstatzbatterien mitbringen.
Allerdings... gehe ich recht in der Annahme, dass man für eine energiesparendere Variante einfach die Röhren durch NPN Transistoren ersetzen könnte?

Ich hatte gestern abend ein wenig mit diesen Wunderwerken der Siliciumtechnik experimentiert und festgestellt, dass es relativ leicht zu Übersteuerung kommen kann. Ich, der ich nahezu keine Ahnung von Audioverstärkern habe, hatte natürlich keine Ahnung, wie man dies beheben könnte. Das ist auf jeden Fall auch ein Punkt der bedacht werden sollte, bevor man für teure Röhren in die Tasche greift.

Viel Erfolg,
Julius Ætherwing

Guten Abend,

schauen Sie mal hier:

http://asti.vistecprivat.de/hp/elektronik/wpu10/radio_04.html#SCHAL...

Mit Berechnungsgrundlagen.

Hochachtungsvoll,

Horatius Steam

Meine Herren,
Ich bin sehr erfreut, dass mein kleines Projekt in der Lage ist so viele kreative Köpfe zusammen zu bringen! Ein Stereoumbau (wenn problemlos durchführbar) wäre natürlich das Sahnehäubchen. Mit einer Röhre würde man dem Charme des Kopfhörers sowohl Material- als auch Funktionsmäßig entgegenkommen, was ich ebenfalls sehr befürworten würde. Ich habe mich über die Preise noch nicht informiert, sodass eine Entscheidung noch ausbleiben muss. Ebenso kann ich mangels Fachkenntnis im Bereich (Audio-) Elektrik nur weiterhin mitlesen und so gut es geht nachvollziehen, seien Sie sich aber der Freude bewusst, die mir Ihre Teilnahme bereitet.

Es grüßt herzlichst

Der Admiral,

Mitglied der Ætas Ætheria nova

Guten Abend Herr Admiral,

eine Röhre ECC86 läßt sich in der Elektrobucht für ca. 20 Taler erstehen. Ggf. etwas günstiger, wenn nicht so viele Mitbieter unterwegs sind. Mein Angebot gilt: Ich plündere meine Bastelkiste und stelle alle zusätzlich benötigten Teile (Fassung, Widerstände, Kondensatoren etc.) zur Verfügung. Da in einer Röhre zwei Systeme untergebracht sind, wäre dann auch Stereo problemlos möglich.

Kann ich Sie auf diese Weise überzeugen?

Peregrinus E.

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